Queensland University of Technology - Universität in Brisbane .: Diese Seite ist ein Informationsangebot des Instituts Ranke-Heinemann zum Auslandsstudium in Australien :.
#### Übersicht ####
Dieser Erfahrungsbericht befasst sich mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen während und vor meinem Auslandssemester in Australien. Meine Wahl fiel auf die Queensland University of Technology in Brisbane, Queensland, Australien. Mein Aufenthalt erstreckte sich von Juli 2009 – Dezember 2009. In Deutschland studiere ich Informatik an der LMU in München.
Ich möchte mich in meinem Bericht voll und ganz auf die Erfahrungen vor Ort konzentrieren und vermeide deshalb ganz bewusst Details zur Bewerbung . Vieleicht dennoch ein paar allgemeine Dinge zur To-Do-Liste vor dem Abflug.
- Es empfiehlt sich die Seiten der QUT (www.qut.com.au) über „zukünftige Studenten“ zu studieren. Dort findet man ähnlich zu den Seiten des Instituts Ranke-Heinemann genaue Guides zu Dingen die vor dem Abflug erledigt sein sollten.
- Ein Punkt der mich vor dem Abflug ein wenig beunruhigt hat, war sicherlich die Unterbringung. Die QUT empfiehlt anfangs ausschließlich eine temporäre Unterkunft (Hotel/Backpacker) zu buchen und empfiehlt entsprechende auch auf deren Website. Auch wenn sich das komisch anhört so ganz ohne Wohnung in einem fremden Land anzukommen ist es eine gute Wahl diesen Weg zu gehen. Warum erkläre ich später.
- Ein wichtiger Punkt sind sicherlich die Bankgeschäfte vor Ort. Dort gibt es meiner Meinung nach nur zwei Auswahlmöglichkeiten: Entweder man eröffnet in Deutschland ein Girokonto bei der Deutschen Bank – dessen Partner in Australien, die Westpac Bank (besitzt die meisten ATMs in Australien), erlaubt es einem Deutsche Bank Kunden an ihren Automaten umsonst vom deutschen Konto abzuheben – oder man richtet sich ein lokales Konto an. Ich hatte mich für eine Deutsche Bank Konto entschieden um mir die Arbeit mit Überweisungen aus Deutschland zu ersparen.
- QUT Abholdienst benachrichtigen. Dieser bietet einen 24/7 Abholservice vom Flughafen zu deiner Unterkunft. Auch dieser lässt sich einfach über die Seiten der QUT reservieren.
- Studentenvisum vorher online beantragen. Dabei kann man sich zusätzlich noch entscheiden ob man vor Ort möchte oder nicht. Ich würde auf jeden Fall das Studentenvisum mit Arbeitsmöglichkeit wählen da man so im Notfall noch arbeiten kann. (www.immi.gov.au)
- Ich empfehle auf jeden Fall schon zur Pre-Orientation-Phase in Brisbane zu sein. Dadurch kann man sich entspannt eine Wohnung suchen bevor die eigentliche Orientation Phase beginnt. Wann was los geht sollte man per Post/E-Mail schon vorher erhalten haben.
- Beim Flug ist Ranke-Heinemann sehr hilfreich. Einfach über das online Formular das gewünschte Abflugdatum eingeben und man erhält eine Auswahl an Angeboten. Einziger Nachteil: Man erhält ausschließlich Angebote vom Reiseanbieter STA Travel. Wenn man mehr Zeit investiert findert man eventuell auf eigene Faust noch günstigere Angebote wobei man bei STA eine Rabatt von 10% erhält.
Mein Flug (Hin und zurück) mit Emirates lag bei 1200,- und ich hatte eine Gepäckbegrenzung von 30Kg. Das war zumindestens beim Hinflug vollkommen ausreichend und mehr als bei einigen anderen Airlines (20-25 Kg).
- Die QUT bietet für internationale Studenten am Anfang des Semesters ein Orientation weekend an. Falls man an diesem teilnehmen möchte sollte dies auch frühzeit gebucht werden. Der Anmeldungstermin wird vorher per Mail bekannt gegeben. Meistens sind die Plätze schon nach einer Stunde vergeben (auch ich war zu spät dran). Auch wenn ich nicht dabei war empfehle ich daran teilzunehmen. Man fährt auf eine Trauminsel, lernt surfen, wandert, fährt Kanu und lernt nebenbei noch neue Leute kennen. Der Preis ist zwar hoch aber in Relation sehr günstig.
#### Ankunft und Orientationphase ####
Die Ankuft nach meinem reibungslosen Flug nach Brisbane verlief ohne Probleme. Der Abholservice war perfekt organisiert und man konnte schon einige Kontakte mit Mitfliegern knüpfen. Jeder wurde an seinem Hotel abgesetzt und konnte sich erstmal akklimatisieren.
In den folgenden Tagen hieß es erstmal die Stadt und Uni zu erkunden und sich an der Uni anmelden. Wichtige erste Schritte werden in der ersten Sitzung „Discover Brisbane“, die in der Pre-Orientation-Phase angeboten wird, detailliert erklärt. Danach hat man außerdem die Möglichkeit mit ins Accomodation office der QUT zu gehen, um sich gleich um eine Unterbringung zu kümmern.
Allgemein empfehle ich an allen Events der Pre-Orientation und der Orientation Phase teilzunehmen. Dabei lernt man am schnellsten und einfachsten neue Leute kennen und erhält außerdem wertvolle Tips.
#### Wohnungssuche und empfehlenswerte Wohngegenden ####
Wie oben erwähnt übernimmt die QUT bei der Wohnungssuche den Großteil der Arbeit, man muss sich eigentlich nur dafür entscheiden welches Objekt einem am Besten gefällt. An der QUT organisiert das accomodation office die Wohnungssuche. Dort kann man in Katalogen und an Stellwänden die verschiedenen Objekte durchschauen und Termine für Besichtigungen reservieren. In der O-Phase gibt es täglich Besichtigungs-Fahrten zu verschiedenen Objekten.
Die meisten Fahrziele sind dabei sogenannte shared houses. Also Häuser die man mit anderen Studenten teilt, d.h. jeder hat zwar sein eigenes Zimmer aber man teilt sich die sanitären Anlagen und die Küche. Meistens sind diese Häuser möbliert und mit Waschmaschine und Internet ausgestattet.
Zum Thema Wohngegenden: Welches Viertel ich empfehle hängt ganz entscheidend von den gewählten Vorlesungen ab. Die QUT hat zwei Hauptcampuse, den Kelvin Grove Campus und den Gardens Point Campus. Es ist schwierig die Räume der Vorlesungen vorher zu erfahren aber meine Erfahrung sagt mir das Geisteswissenschaften in Kelvin Grove und Rechts-, Wirschafts, Naturwissenschaften sowie Informatik in Gardens Point stattfinden. Die Viertel Paddington und Kelvin Grove eignen sich am Besten für Studenten des Kelvin Grove Campus und das Viertel West End für Studenten des Gardens Point Campus. Auf Grund meines Studiengangs habe ich im West End gewohnt und war damit sehr zufrieden.
Preislich liegen diese Viertel in einem Rahmen von ca 140-180 AUD die Woche. Wenn man mehr Ausgeben möchte kann man auch in der City oder in South Bank wohnen aber da findet man sicherlich keine Wohnung unter 220 AUD die Woche. Generell sind Mieten in Brisbane relativ hoch aber verglichen mit Sydney oder Melbourne in vergleichbarer Lage noch billig. Ich habe für meine Wohnung 165 AUD die Woche bezahlt; inklusive Internet und Wasser aber zuzücklich Strom. Die Kaution (engl. Bond) beträgt in der Regel 4 Wochenmieten.
Fortbewegung
Von den genannten Vierteln lässt sich sicherlich viel zu Fuß erreichen, aber es empfiehlt sich auf jeden Fall eine sogenannte GO-Card zu kaufen. Diese kann man z.B im Kiosk auf dem GP Campus erwerben. Sie funktioniert ähnlich einer Pre-Paid Karte am Handy und lässt sich auf allen Verkehrsmitteln der Stadt verwenden (Bus,Bahn,Fähren). Wenn die Karte aufgeladen ist hält man sie beim Betreten des Verkehrsmittels an einen Leser und wiederholt den Vorgang beim Aussteigen (Achtung nicht vergessen! Das kostet mehr). Eine Fahrt kosten damit meistens nicht mehr als einen Dollar.
Taxifahrten sind billiger als in Deutschland und vor allem nach dem Weggehen zu empfehlen. Im großen Bar und Disco Viertel, dem Valley, stehen immer genügend Taxen zur Verfügung (ca. 10-15AUD zum West End). Möchte man zum Flughafen empfiehlt es sich, das einzige private Shuttle Bus Unternehmen zu kontaktieren (Coachtrans: www.coachtrans.com.au Single 14AUD).
Für Fahrräder ist Brisbane gut geeignet. Wenn man nur sehr wenig Geld ausgeben möchte gibt es im Internet eine Art Flohmarkt für alles Mögliche (www.gumtree.com.au), auch Fahrräder.
#### Leben und Studieren vor Ort ####
Das Leben und Studieren ist sicherlich wesentlich entspannter als in Deutschland. Da man relativ nah am Campus leben kann ist man schnell zu Fuss in der Uni und muss sich nicht mit langen Zugfahrten quälen. Die Lebenserhaltungskosten sind mit Deutschland vergleichbar (ca. 1300 AUD im Monat inkl Miete). So gibt es im Supermarkt Dinge die teurer sind als in Deutschland (Bier, Wein, Alkohol, Milchprodukte) und Sachen die billiger sind (Gemüse, Obst). Ich war zu Fuss in 5 Minuten beim Supermarkt und in 25 Minuten an der Uni.
Eine Umstellung sind sicherlich der Linksverkehr und das Trinkverbot in der Öffentlichkeit. Positiv ist die Sicherheit und Sauberkeit in Brisbane. Außerdem gibt es genug Grünanlagen zum entspannen bei gutem Wetter, z.B der Botanische Garten direkt neben dem Gardens Point Campus. Auch wenn Brisbane nicht direkt an der Küste liegt hat man die Möglichkeit in South Bank am künstlichen Strand zu liegen und zu entspannen. Toll ist auch die Nähe zu den Traumküsten Sunshine Coast (im Norden) und Gold Coast (im Süden).
Erwähnenswert ist leider noch das Internetangebot. Vor allem in Australien merkt man das Deutschland in Sachen Internet sehr gut ausgerüstet ist. Insbesondere das Download-Limit war mir ein Dorn im Auge. In unserem Haus standen jedem Bewohner nur 4GB im Monat zur Verfügung was bei unserem heutigen Surfverhalten nicht gerade viel ist. Auch die Geschwindigkeiten sind langsamer als in Deutschland, selbst an der Uni. Auch hier ist die Datenmenge begrenzt auf 1100 Mb im Monat.
#### Kulturelle Unterschiede/Besonderheiten ####
Abgesehen vom Trinkverbot und dem Linksverkehr ist sicherlich der Lifestyle der Australier eine Umstellung. Vor allem in Brisbane erkennt man das der „laid-back“ Lifestyle das Markenzeichen der Australier ist. Man kann sich gleich daran gewöhnen als jede zweite Antwort ein „no worries“ zu erhalten. Außerdem sollte man beim aussteigen aus dem Bus nicht vergessen dem Fahrer für die Fahrt zu danken. Der relaxte Umgang ist auch im Unileben bemerkbar. Dozenten oder Professoren lassen sich gerne mal mit Vornamen ansprechen und bei Sprechstunden wird auch gerne mal über ein Rugbyspiel geredet; an einer deutschen Uni unmöglich.
#### Ausstattung und Lage der Universität ####
Im Vergleich mit meiner Heimatuniversität hat die QUT eine großen Vorsprung. Man merkt das australische Universitäten ganz andere finanzielle Möglichkeiten haben. Beide Campuse sind top gepflegt und architektonisch schön anzusehen. Die Hörsähle sind funktionstüchtig und technisch gut ausgerüstet. Das große Biblioteksgebäude bietet einen riesigen Computerlab (24/7) der teilweise ein wenig an die Räumlichkeiten von Google erinnert. Der Service und das Online Angebot sind sehr qualitativ und erleichtern das Uni-Leben ungemein. So werden alle Vorlesungen über ein Online-System verwaltet und nicht getrennt auf mehreren Seiten. Jede Vorlesung wird aufgenommen und kann später im Internet nochmal angehört werden.
Es gibt allerdings doch ein paar Dinge die man bemängeln kann. Dazu gehört sicherlich die Druckquota die meiner Meinung nach sehr teuer ist. Für eine Kopie zahlt man ca 0,15 AUD und das kann sehr schnell sehr teuer werden. Allerdings ist das System auch hier wieder sehr komfortabel da man sein Kopiergeld direkt auf seinen Studentenausweis laden kann.
Was mich wirklich überrascht hat ist die Tatsache das die QUT die Mittel hat Werbungen im öffentlichen Fernsehen zu schalten. Und diese sind nicht nur kurz und rein informativ sondern relativ lange und qualitativ hochwertig. Auch die anderen Universität in Brisbane (UQ und Griffith) machen auf diese Weise Werbung.
#### Akademische Angebot ####
Ich befand mich während meines Auslandsemesters im 9. Semester meines Studiengangs d.h ich befand mich schon länger im Hauptstudium. Deshalb hab ich mich dazu entschieden in Brisbane im Hauptfach ausschließlich Master also Post-Graduate Vorlesungen zu belegen. Insgesamt ist das Niveau sicherlich trotzdem geringer als in Deutschland allerdings hatte ich immer etwas zu tun.
- Enterprise Software Architekture: Für mich die interessanteste Vorlesung, vor allem deshalb weil es sich um eine Advanced Unit gehandelt hat und viel über eine sehr aktuelle Technologie gesprochen wurde: Web Services. Ein für Informatik sehr guter Dozent der den Stoff mit Hilfe von Beispielen sehr gut erklären konnte. Es gab zwei Arbeiten, eine Einzelarbeit nach ca. 6 Wochen und eine Gruppenarbeit kurz vor Schluss des Semesters. Ich hatte den Vorteil das ein paar Freunde mit mir in diesem Kurs waren und wir somit sehr gut zusammen arbeiten konnten. Abgeschlossen wurde der Kurs mit einer Klausur.
- Networks: Eine Basic Unit die ich eigentlich hauptsächlich nur deshalb belegt habe weil ich mir erhoffe diese in Deutschland verwenden zu können. Sehr quantitative Vorlesungen über alles was Netzwerke betrifft ob Hardware, Software, Design, Management, kabel oder kabellos. Als Master-Student musste man eine große Arbeit schreiben die 50% des Kurses ausgemacht hat. Hier gab es zwei Klausuren eine nach ca 6 Wochen und eine am Ende.
- Interaction Design: Interessante aber teilweise auch sehr trockene Basic Unit. Bespricht alles was man über Human Computer Interaction wissen sollte. Die Dozentin war sehr nett und freundlich und hat den Stoff mit Begeisterung vermittelt. Drei Arbeiten, eine Einzeln und zwei als Gruppenarbeit. Bei der Einzelarbeit sollte eine ethnographic study durchgeführt werden, was sehr interessant war. Auch hier eine abschließende Klausur.
- Australian Culture and Society for International Students: Die einzige nicht Studiengang bezogene Vorlesung. Bevor ich abgereist bin habe ich gemischte Erfahrungen über diese Vorlesungen gehört und war mir nicht sicher ob ich sie wählen soll. Ich habe sie am Ende eigentlich hauptsächlich deswegen gewählt weil sie die Möglichkeit bietet, eine Präsentation auf Englisch zu halten, was in meinen restlichen Vorlesungen nicht der Fall war. Neben der Präsentation musste man ein Essay über eines der Vorlesungsthemen verfassen und am Ende gab es eine Abschlussklausur. Themen der Vorlesungen waren z.B australisches Strandleben, Geschichte des Australischen Tourimus, Indegenous Australia oder australische Städte. Der Dozent war gut aber man hat gemerkt das er die Vorlesung schon etwa 40 mal gehalten hat.
Insgesamt habe ich die australische Art des Studierens genossen. In Deutschland muss ich mich während des Semesters kaum mit der Uni beschäftigen und kann am Ende für die Abschlussklausuren lernen. In Brisbane war ich immer nah am Uni-Leben da ich alle 2 Wochen eine Arbeit abgeben und so immer auf dem neuesten Stand sein musste.
#### Must Sees/Dos in Brisbane ####
Neben den städtischen Sehenswürdigkeiten die man jedem Reiseführer entnehmen kann empfehle ich vor allem noch Mt Coota im Westen der Stadt. Der mit dem Bus erreichbare Aussichtspunkt ermöglicht einen schönen Ausblick auf die Stadt und den Fluss sowie die Küste im Hintergrund ansonsten bietet die Seite www.ourbrisbane.com.au genügend Information für Tagestrips in die Umgebung.
Es gibt sicherlich einige Veranstaltungen die man nicht verpassen sollte. Dazu gehört vor allem das Brisbane River Festival (September) und der Ekka Race Day (August).
Das Brisbane River Festival bietet auf einigen Brücken und in Flussnähe große Märkte und Bühnen sowie Aufführungen und Entertainment. Abgeschlossen wird das Festival durch ein sehr spektakuläres Feuerwerk sowie einem Jetgeschwaderüberflug.
Der Ekka Race Day ist ein Tag an der Pferderennbahn von Brisbane. Hier trifft sich dann die ganze Jugend von Brisbane um in Abendgarderobe zu feiern und ein wenig auf Pferde zu wetten.
Die Australier sind generell ein sehr sportbegeistertes Volk was man auch in Brisbane erleben kann. Ich habe neben einem Fussball Match auch ein Spiel im Australian Rules Football gesehen. Eine Art Rugby auf einem ovalen Feld mit 3 Toren auf jeder Seite. Ob man nun ein Sportereignis verfolgen möchte sollte jedem selbst überlassen sein.
#### empfehlenswerte Uniaktivitäten / Clubs ####
Neben den Aktivitäten der Orientation Phase und dem Orienation Weekend organisieren der East/West Club und das International Office der QUT laufend Events und Trips. So gibt es die Möglichkeit an einem Whale Watching Trip teilzunehmen oder zusammen zum bowlen zu gehen.
Außerdem gibt es an der Uni zahlreiche Clubs und Sportclubs. Die meisten großen Sportarten sind vertreten. Interessant ist vor allem der QUT Sailing Club der meisten günstige Trips zu nahen Inseln organisiert (auch für nicht Segler geeignet). Einen Club den ich noch erwähnen möchte ist der NorSK Club. Der von Norwegern gegründete Club ist für jedermann zugänglich und organisiert die wohl berüchtigsten Parties der Uni. Auf jeden Fall mal informieren, es lohnt sich!
Natürlich bietet die QUT noch ein Fitness Studio an. Der Semester Beitrag ist 220 AUD. Ich hab mir damals nur eine 10er Karte für 80 AUD geholt die allerdings das Schwimmbad und die Squash Courts ausschließt.
#### Zusammenfassung ####
Ich kann jedem der vor der Entscheidung steht in Ausland zu gehen kann klar sagen: „Zögert nicht sondern steigt in den Flieger!“. Für mich war dieses halbe Jahr die Erfahrung meines Lebens. Während man am Anfang doch mit einem flauen Gefühl in den Flieger steigt und sich nicht sicher ist was auf einen zukommt kann man nach diesen viel zu schnell vergangenen Monaten doch sagen: „Besser hätte es nicht sein können“. Es ist nicht nur das schöne Wetter oder der entspannte Lifestyle sondern auch das man Freunde fürs Leben kennen lernt, an einer coolen Uni studiert und einem immer unter die Arme gegriffen wird. Vom Reisen danach brauch ich gar nicht erst zu sprechen. Ich kann jedem vor allem Brisbane empfehlen und dafür gibt es auch zwei einfache Gründe: Brisbane ist im Vergleich zu Melbourne und Sydney die einzige Stadt in der Wohnen in Innenstadtnähe erschwinglich ist und das milde Wetter von Brisbane ist einfach unschlagbar!
Erfahrungsbericht - Duy Tran
Erfahrungsbericht Queensland University Of Technology
Februar – Juli 2009
Einleitung
Dieser Erfahrungsbericht schildert meine Eindrücke und Erlebnisse, die ich während meines Auslandssemesters an der QUT und in Australien im Zeitraum Februar – Juli 2009 gesammelt habe. Dabei möchte ich versuchen, aktuellen Bewerbern bzw. zukünftigen QUT-Studenten nützliche Informationen zu vermitteln, um damit die Planung in einigen Punkten erleichtern zu können.
Vorbereitungen
Alle Vorbereitungen bezüglich der Bewerbung werden bereits ausführlich auf der RH-Website erklärt. Hier sind einige der Dinge, die das Ranke-Heinemann-Institut nicht für euch erledigt:
- Studentenvisum beantragen: Kostet ganze 400 AUD, kann aber recht zügig über die Homepage der australischen Botschaft beantragt werden. Bei mir war das elektronische Visum innerhalb eines halben Tages in meinem E-Mail-Postfach. Das ist aber auch alles, was man bekommt.
- Anerkennungen für die zu belegenden Kurse: Vergesst nicht, euch Anerkennungen an der Heimatuni für die Kurse zu holen, die ihr im Ausland belegt. Bei meiner Uni muss man dies z.B. im Voraus erledigen.
- Bankkonto: Bei der Deutschen Bank oder bei der DKB eröffnen, um Geld kostenlos in Australien abheben zu können. Die Deutsche Bank hat eine Kooperation mit den australischen Westpac-Banken, bei der DKB kann man mit der Kreditkarte überall kostenlos Geld abheben
- Kreditkarte beantragen: Habe ich im Gegensatz zu Deutschland sehr oft in Australien benötigt. Egal, ob Buchung eines Inlandfluges, eines Hostelzimmers oder des Shuttle-Busses vom Flughafen in die Stadt. Wenn man über das Internet bucht, wird überall die Kreditkarte verlangt.
- Reisepass: Euer Pass sollte am Besten noch gültig sein, wenn ihr nach Australien reist. Also rechtzeitig aktualisieren.
- Flug: Meinen Flug hatte ich über STA Travel 2 Monate im Voraus bei der Fluggesellschaft Korean Air gebucht, da diese den günstigsten Flug (1080 EUR) zur Verfügung hatten. Der Vorteil war, dass ich bei Korean Air beim Rückflug 30kg Check-In plus 12kg Handgepäck beantragen konnte, was mir einige Euros erspart hat. Ansonsten kann man z.B. auch noch ein Around The World Ticket in Erwägung ziehen, wenn man bereit ist, ca. 400 Euro draufzuzahlen.
- Internationaler Führerschein: Optional. Ich persönlich habe nie einen internationalen Führerschein gebraucht, wenn ich ein Auto gemietet habe.
Wohnen
Ich habe, wie die meisten Studenten, meine Wohnung vor Ort gesucht, um böse Überraschungen zu vermeiden. Dabei bietet die QUT den Accomodation Service an, der euch bei der Wohnungssuche zur Seite steht und euch zu einigen Wohnungen sogar hinfährt. Ansonsten könnt ihr euch schon mal auf www.realestate.com.au anschauen, was der Wohnungsmarkt in Brisbane zu bieten hat. Besondere Vorsicht ist dabei vor der Agency „Street Property Sales“ geboten, die während meines Aufenthalts schon bei etlichen Studenten versucht hat, zusätzlich Geld zu machen, indem sie ungerechtfertigte Rechnungen erstellt (z.B. für exzessiven Stromverbrauch) oder die Kaution einbehält.
Für mein Zimmer habe ich 150 AUD pro Woche gezahlt, was definitiv im unteren Bereich rangiert, wenn man in Stadtnähe wohnen möchte. Wenn man weniger als 150 AUD zahlen möchte, muss man zwangsläufig etwas außerhalb wohnen, d.h. etwa 20-30 min mit dem Bus von der Stadt entfernt. Lasst euch nicht bei der Wohnungssuche stressen und von Property Managern irgendwas andrehen. Nach meiner Erfahrung hat jeder eine akzeptable Wohnung gefunden, egal, wann er oder sie angekommen ist.
Hier noch Tipps für die Wohngegenden:
Hierbei möchte ich erwähnen, dass meine Kurse nur am Gardens Point Campus stattfanden.
Aber generell sind die angrenzenden Gegenden an der Südseite des Flusses ziemlich beliebt unter Studenten.
West End: Lebhaftes Viertel mit alternativem Flair. Viele Bars mit Live-Music und kleine Geschäfte. Beliebt unter Studenten und generell empfehlenswert zum Wohnen. Bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Essen und Trinken und einen großen Supermarkt. Jedoch gibt es hier auch Bruchbuden, vor denen man sich in Acht nehmen sollte.
Highgate Hill: Der nördliche Teil ist empfehlenswert, da zentral zur Stadt und zur Uni. Jedoch auch hier gibt es einige Bruchbuden. Der Stadtteil an sich bietet nichts Besonderes.
Kangaroo Point/East Brisbane: Relativ beliebt unter Studenten. Hier gibt es einige schöne Wohnungen, vom Preis her ab etwa 170 AUD/Woche. Je nach Lage auch noch ziemlich zentral zur City und zur Uni. Als öffentliches Verkehrsmittel kann man hier neben Bus noch den CityCat benutzen, einen öffentlichen Katamaran, der sich auf dem Brisbane River fortbewegt.
City: Für jene, die sich’s leisten können, sicherlich empfehlenswert. Als günstigere Variante gibt es in der Stadt auch einige Zimmer, die man sich mit anderen teilt. Das sind dann oft Anlagen mit Pool, Fitnessraum und anderen Extras. Für das geteilte Zimmer zahlt man aber dann immerhin noch ca. 160 AUD/Woche.
Kelvin Grove: Generell für Leute zu empfehlen, die Kurse am Kelvin Grove Campus belegen. Da aber auch ein kostenloser Shuttle-Bus vom Kelvin Grove zum Gardens Point Campus fährt, sollte man diese Gegend auch als GP-Student in Betracht ziehen.
Fortitude Valley: Tagsüber viele Möglichkeiten zum Essen und Trinken mit Chinatown mittendrin. Nachts entwickelt sich das Fortitude Valley zum totalen Partyviertel mit einem Club angereiht an den nächsten und lauter aufgedrehten Leuten. Je nach Präferenz eine weitere Option bei der Wohnungssuche.
Lebenshaltung
Die Kosten für die Wohnung übertreffen wohl bei den meisten Studenten deren Kosten für die eigenen vier Wände in Deutschland. Auch was die Lebensmittelpreise in den Supermärkten angeht, übersteigen die Preise das, was man hier als Student von den Discountern gewohnt ist.
Jedoch kann man auf Märkten sehr günstig Obst und Gemüse kaufen und auch auswärts essen ist sehr viel günstiger als in Deutschland. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind genauso wie die Taxen und Mietwagen preiswerter als in Deutschland. Bei Alkohol, insbesondere Bier muss man jedoch tiefer in die Tasche greifen, mit einem Sixpack Bier für etwa 15 AUD.
Summa summarum schlage ich ein Budget von ca. 1500 AUD/Monat vor, wenn man plant, in Australien herumzureisen, da besonders die Reisen nochmal kräftig am Budget zehren.
Die Universität
Hier kann ich nur vom Gardens Point Campus berichten, da ich all meine Kurse dort belegt habe. Der GP Campus ist direkt in der Stadt gelegen, angrenzend an den Botanischen Garten.
Die Einrichtungen sind größtenteils sehr modern mit einer zentralen 24/7 Bibliothek, die sehr viele PCs zur Verfügung stellt, an denen man sowohl recherchieren als auch arbeiten und seine Assignments schreiben kann.
Die Universität ist sehr gut organisiert und stellt insbesondere für internationale Studenten viele Ansprechpartner zur Verfügung, die sehr freundlich sind und bei jeder Frage weiterhelfen. Zudem organisiert der International Student Service der QUT einige gemeinsame Aktivitäten zum Kennen lernen und Trips zu nahe gelegenen Attraktionen. Dieser organisatorische Aufwand ist natürlich gerechtfertigt, bedenkt man die 9000AUD, die man für ein Semester als Austauschstudent entrichtet.
Vorlesungen
Von den Kursen, die ich belegt habe, kann ich behaupten, dass das Niveau niedriger war als an meiner Heimatuni, was bedeutet, dass ich keine Verständnisprobleme hatte, die Kurse leicht zu bestehen waren, aber es trotzdem noch schwierig ist, sehr gute Noten zu erzielen und der Arbeitsaufwand während des Semesters nicht zu unterschätzen ist.
Im Folgenden werde ich eine kleine Zusammenfassung von meinen belegten Business-Kursen aufführen.
AMN445, Strategic Marketing Management: Postgraduate Kurs. Sehr hoher Lernaufwand für die Assignments während des Semesters und schwierig gute Noten in den Assignments zu erzielen. Jedoch hoher Praxisbezug mit realen Case Studies. Die Klausur war überraschenderweise sehr einfach. Dennoch nur zu empfehlen für Studenten, die sich auf Marketing spezialisieren oder sich sehr für Marketing interessieren.
AYB301, Audit And Assurance: Undergraduate Kurs, 3. Jahr. Mittelhoher Lernaufwand unterm Semester mit Fokus auf die Klausur am Ende, die relativ anspruchsvoll ist. Die Assignments unterm Semester sind gut zu bewältigen, man muss wöchentlich eine Liste von Fragen bearbeiten, die dann zufällig eingesammelt und benotet werden. Darüber hinaus gibt es eine Case Study, die zu bearbeiten ist.
BSB111: Undergraduate Kurs, 1. Jahr. Relativ einfacher Kurs mit mittlerem Lernaufwand. Sehr gut strukturiert und die Assignments sind sehr einfach. Jedoch sollte man auf jeden Fall gegen Ende dabei bleiben, da die Klausur etwas anspruchsvoller ist und man wenig Zeit hat. Vor allem als Austauschstudent könnte man hier auf einige Probleme stoßen, wenn man der juristischen Fachsprache noch nicht mächtig ist.
Brisbane und Umgebung
Da ich nicht direkt aus einer Großstadt komme, war Brisbane für mich ideal zum Leben und Studieren. Trotz seiner ca. 1,3 Mio. Einwohner fühlt sich Brisbane nicht an wie eine Millionenstadt. Hier geht es im Gegensatz zu Sydney oder Melbourne eher noch ruhiger zu, was aber nicht heißt, dass die Stadt eingeschlafen wirkt. Freizeitmöglichkeiten findet man in Brisbane und Umgebung genügend, tagsüber kann man an die Gold Coast oder Sunshine Coast, die ca. 1 oder 1,5 Std. von der Stadt entfernt sind und einige der besten Surfspots Australiens finden sich hier rund um Brisbane. Nachts ist im Fortitude Valley, dem Partyviertel Brisbanes immer was los, egal an welchem Wochentag man sich entschließt auszugehen. Aber auch in der City selbst findet man diverse Kneipen, Clubs und Ausgehmöglichkeiten.
Generell lässt sich sagen, dass nach Brisbane kommen sollte, wer ein Faible für Sonne, Strand und Meer hat, aber trotzdem noch in einer Stadt leben möchte, in der man etwas unternehmen kann.
Meine persönliche To-Do-Liste für Brisbane:
- Zum Streets Beach am South Bank gehen (künstlicher Strand)
- Mit dem City-Cat auf dem Fluss entlangfahren
- In die Down-Under Bar gehen
- Im Valley feiern
- Rugby-Spiel der Brisbane Broncos anschauen
- Beim Indian Kitchen in West End essen
- Das Casino anschauen (nicht umsonst wird Brisbane auch Brisvegas genannt)
- Auf dem Queen St Market eine Bratwurst mit Sauerkraut essen ;)
Sehenswerte Orte in der Umgebung:
- Surfers Paradise (sehr berühmt, aber nicht gerade der schönste Strand)
- Noosa (einer meiner beliebtesten Orte in Australien)
- Byron Bay (etwas weiter weg, aber lohnt sich auf alle Fälle)
- Fraser Island (ist zwar nicht in der unmittelbaren Umgebung, aber wohl mein Favorit in Australien)
Zusammenfassung
Wer kein totaler Großstadtmensch ist, wird sein Studium in Brisbane lieben. Man darf allerdings nicht erwarten, dass man sein Englisch hier perfektioniert, da doch sehr viele Deutsche in Brisbane studieren und arbeiten und auch die Internationals oftmals nicht das beste Englisch sprechen. Alles in allem war das Auslandssemester an der QUT eine sehr schöne Zeit und eine prägende Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Erfahrungsbericht - Jörn Franke
====Übersicht====
Dieser Erfahrungsbericht ist über meinen Auslandsaufenthalt an der Queensland University of Technology (QUT) in Brisbane, Queensland, Australien vom Februar 2007 – Oktober 2007. Ich habe dort an der QUT ein Austauschssemester gemacht und im Anschluss an dieses Austauschssemester noch innerhalb eines Forschungsprojekt am Business Process Management (BPM) Research Cluster der QUT meine Masterarbeit innerhalb meines Masters in Wirtschaftsinformatik an der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) Münster geschrieben.
====Vorbereitungen====
Ein Auslandsaufenthalt sollte gut vorbereitet sein und die übrigen Erfahrungsberichte geben eine gute Auskunft darüber. Einige wichtige Punkte, die relativ früh erledigt werden können und sollten habe ich im Folgenden aufgeführt:
Prüfung der Anerkennung der Studienleistungen an der eigenen Universität (lief bei mir an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster relativ gut). An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Auslandsbeauftragten der Wirtschaftsinformatik der WWU für die stete Hilfe bedanken.
Bankkonto bei der deutschen Bank eröffnen (für Studenten häufig kostenlos. Man kann an allen Westpac – Automaten (Neuseeland/Australien) kostenlos Geld abheben. Westpac hat zahlreiche Automaten in Brisbane.
Für den Notfall eine Kreditkarte organisieren – Habe ich so gut wie nie benötigt, aber kann nicht schaden.
Reisepass aktuell halten (insbesondere für längere Zwischenstopps sollte man doch ca. 2 Jahre "Luft" haben, bevor der Pass abläuft).
Wer in Queensland Auto fahren will, sollte einen internationalen Führerschein beantragen. Dieser wird zwar häufig nicht gebraucht, aber sicher ist sicher. Er kostet nur 10 Euro und kann sofort beim Straßenverkehrsamt ausgestellt werden. Mehr Informationen unter: http://www.adac.de/Recht_und_Rat/Fuehrerschein/Internationaler_Fuehrerschein/default.asp). Beachtet, dass der internationale Führerschein nur drei Jahre gültig ist.
Flug rechtzeitig buchen, weil das Ticket dann billiger wird. Das Rückflugdatum kann man meistens gegen eine relativ geringe Gebühr verlegen.
Das Studentenvisum bekommt man relativ problemlos per E-Mail zugeschickt, nachdem man es online beantragt hat (http://www.immi.gov.au).
QUT Abholdienst benachrichtigen wann man ankommt (24/7 Abholdienst): http://www.issupport.qut.edu.au/orientation/predeparture/airportrecep.jsp
Es empfiehlt sich min. zwei Wochen vorher zu kommen. In Absprache mit den Professoren kann man sicherlich auch 1-2 Klausuren, gleichzeitig mit den Kommilitonen daheim in Brisbane bei einem Prof. an der QUT schreiben. Allerdings bedeutet dies natürlich auch zusätzlichen Stress, den man sich nicht unbedingt antun sollte.
Man kann sich aus Deutschland eine Wohnung suchen, aber man sollte sehr vorsichtig sein – Ich empfehle direkt vor Ort zu suchen, damit man einen besseren Überblick über den Wohnungsmarkt hat und die gewünschte Wohnung findet und geg. auch mit den passenden Leuten zusammenwohnt.
==== Flug ====
Bei dem Flug bin ich mit Emirates geflogen. Dies hat gut funktioniert. Ärgerlich ist die Gepäckbegrenzung wie bei allen Airlines nach Australien. Man darf nur 20 kg Gepäck haben und zusätzlich noch 7 kg Handgepäck (das wird allerdings nicht wirklich gewogen). Ein bisschen über den 20 kg (bei mir 24 kg) macht häufig nichts aus und das Mehrgewicht wurde mir nicht berechnet. Flüssigkeiten im Handgepäck wie z.B. Zahnpasta und Deo müssen in einem Beutel, den man überall am Flughafen erhält, transportiert werden. Sofern man auf kleine Behälter achtet (am besten kleinste Größe wählen), gibt es kein Problem.
Ich habe um die 1050 Euro für Hin-und Rückflug gezahlt (Economy Class). Wer so einen langen Flug mitmacht, sollte unbedingt die Meilen der jeweiligen Fluggesellschaft sammeln (bei Emirates heißt das Programm Skywards). So kann man bei zukünftigen Flügen evt. kostenlos die Buchungsklasse ändern (z.B. von Economy auf Business). Eine Besonderheit ist es bei vielen Fluggesellschaften, dass man i.d.R. am Hauptstandort einen Zwischenstopp von 1-2 Tagen machen kann und dort dann auch gratis ein Hotel bekommt (bei Emirates in Dubai) - Dieses Angebot sollte man unbedingt nutzen.
Weitere Airlines von denen ich gutes gehört habe sind Singapur Airlines und Quantas. Sicherlich gibt es aber noch viele andere gute Airlines.
====Wohnung====
Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, an eine Wohnung zu kommen. Die QUT bietet zahlreiche Hilfestellung an. Auf keinen Fall sollte man sich irgendeine „Bruchbude“ andrehen lassen, wenn das Semester naht. Es gibt vernünftige Wohnungen in Brisbane und selbst, wenn man noch Anfang des Semesters sucht, ist das kein Problem; die Dozenten haben Verständnis! Man sollte schon in Stadtnähe wohnen, z.B. West End, High Gate Hill, Spring Hill, City etc.
Die QUT bietet auch den Service, dass sie euch zu Wohnungen hinfährt, die Ihr mieten wollt (http://www.issupport.qut.edu.au/student/accommod/index.jsp).
Wohnungsanzeigen und Rental Estate Agents kann man, neben obiger Adresse, auch unter http://www.domain.com.au abrufen.
====Kosten====
Generell kann man sagen, dass man monatlich ein Budget von min. $AU 1200/Monat haben sollte. Dann könnt Ihr auch noch ein bisschen reisen und das umfangreiche Freizeitangebot genießen. Tendenziell kann man auch mit ca. $AU 1000 / Monat leben, aber man muss sehr sparsam sein.
Das teuerste sind in Brisbane die Mieten, die aufgrund des Immobilienbooms in den letzten Jahren sehr stark gestiegen sind. Hier bleibt es abzuwarten, wie lange dieser noch anhält. Auf jeden Fall kann man vernünftige Unterkünfte finden. Vorsicht, ausländischen Studenten wird manchmal sehr schlechter Wohnraum angeboten. Im Allgemeinen muss man mit ca. 130 – 150 $AU für ein Zimmer pro Person in einem mit anderen Studenten geteilten Haus oder einer Wohnung rechnen.
====Arbeiten====
In Brisbane ergeben sich für Leute mit Studentenvisum zahlreiche Möglichkeiten zu arbeiten. Dazu muss man im International Office der QUT eine Arbeitserlaubnis einholen und damit ein Arbeitsvisum online beantragen (Kosten ca. 60 $AU). Man sollte sich unbedingt auch eine australische Steuernummer besorgen – das geht kostenlos online unter http://www.ato.gov.au. Ohne diese Steuernummer muss man pauschal wesentlich mehr an Steuern zahlen. Tendenziell findet man immer einen Job, besonders wenn man für entsprechende Jobs, wie Kellner schon Erfahrung vorweisen kann (unbedingt References auf Englisch mitbringen - diese können eine sehr gute Hilfe sein).
Während des Semesters darf man wöchentlich ca. 20 Stunden arbeiten und in der vorlesungsfreien Zeit unbegrenzt. Genaueres kann Euch das International Office der QUT sagen. Beachtet, dass Ihr mit einem Occupational Trainee Visa für eventuelle Forschungsarbeiten NICHT nebenbei arbeiten dürft.
====Verkehrsmittel====
Als Student kann man verbilligt mit Verkehrsmitteln fahren (sofern das Symbol auf eurem Studentenausweis ist). Die Verkehrsmittel sind allgemein sehr günstig (im Vergleich zu Deutschland), aber leider manchmal auch sehr unzuverlässig. Selbstverständlich wird sich beim Busfahrer beim Aussteigen bedankt! ;-) Gerne kann man auch mal mit dem Citycat (eine Art schnelle Fähre) Brisbane erkunden und die schöne Landschaft um den Fluss genießen.
Taxen sind allgemein auch sehr günstig und sollten unbedingt in Betracht gezogen werden, gerade wenn man im Valley von den Clubs zurückkommt. Diesen geringen Betrag sollte man schon ausgeben und dafür 2-3 Bier weniger trinken.
====Ausstattung====
Die QUT ist sehr gut ausgestattet. Es existieren einige Computer-Pools mit aktueller Hardware und Software. Daneben kann man sich in der Bibliothek Räume "ausleihen" und dort in Gruppen die umfangreichen Assignments bearbeiten. Diese Räume haben unter anderem auch Computer und Beamer (sehr hilfreich zum Besprechen von Präsentationen). Allerdings lohnt es sich immer gerade für das Studienfach einen eigenen Laptop zu besitzen.
Etwas negativ ist, dass generell nur 750 MB / 30 Tage für Internetzugriff erlaubt sind (Alles darüber hinaus kostet Geld). Aber man kann mit den 750 MB i.d.R. eigentlich sehr gut auskommen, zumal uni-interne Seiten und auch der Download von Zeitschriftenbeiträgen etc. davon ausgenommen ist.
Daneben erlaubt die QUT Studenten noch Volltext-Zugriff auf diverse elektronische Datenbanken (etwa IEEE, Gartner, ACM, JSTOR, EPSCO, Springerlink) und damit dürfte es kein Problem geben Quellen für seine Assignments oder Forschungsarbeiten zu finden.
==== Vorlesungen ====
Die Vorlesungen, die ich besucht habe, waren Teil von Masterprogrammen (Master of Business Process Management, Master of Information Technology oder Master of Information Management), sprich post-graduate Programme. Diese waren Teil von sogenannten Coursework Mastern. Das sind Masterprogramme, die mehr Vorlesungen/Übungen anbieten und kleinere Forschungsprojekte. Im Gegensatz dazu existieren noch Master by Research-Programme, bei denen eine größere Forschungsarbeit geschrieben wird (zwischen Diplom-Arbeit/Master-Arbeit und Doktorarbeit einzuordnen). Die Vorlesungen, die ich besucht habe, waren sehr Wirtschaftsinformatik/Information Systems orientiert. Die QUT hat in diesen Bereich einen hervorragenden Ruf sowohl national als auch international.
Case Studies in Enterprise Systems: Diese Unit ist die interessanteste, die ich in diesem Semester besucht habe. In Zusammenarbeit mit einem Unternehmen (Beispiele findet man hier: http://www.bpm.fit.qut.edu.au/roundtable/) werden in einem Team Stakeholder in Business Prozessen interviewt, Business Prozesse modelliert, analysiert, improvisiert und je nach Ausrichtung des Projektes spezifische Prototypen entwickelt oder Schulungen mit den Mitarbeitern durchgeführt. Zusätzlich mussten mehrere Präsentationen gehalten und Berichte geschrieben werden. Wir mussten vor den Projektsponsoren, der IT, dem Process Owner, Business Analysts und Mitarbeitern der IT Strategie präsentieren. Alles in allem war diese Unit harte Arbeit und hatte uns so manche schlaflose Nacht gebracht, aber am Ende hat es sich gelohnt: die Erfahrung war es wirklich wert. Die Dozenten, welche Experten im Bereich Consulting sind, haben uns sehr gute Tipps geben können, wie man vor dem Kunden auftritt und präsentiert. Vorraussetzungen für diese Unit sind ein entsprechender Schnitt in den bisherigen Studienleistungen und ARIS/Modelling-Wissen ist vom Vorteil. Eine gesonderte Bewerbung ist nicht erforderlich: Ihr meldet euch normal wie für alle anderen Units bei der QUT an und werdet dann gegebenenfalls von den Professoren vor Semesteranfang angeschrieben.
Enterprise Architectures: Diese Unit behandelt das Thema Enterprise Architectures. Dazu gehören spezifische Frameworks (wie das Zachman Framework) und Methoden um diese zu benutzen (z.B. TOGAF). Es ist eine interessante Unit und jeder, der ein postgraduate Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik macht, sollte von diesem sehr IT-/Business-Strategie orientierten Thema mal gehört haben. Wir mussten eine Case Study und deren Präsentation, einen Report über eine spezifisches Enterprise Architecture Framework oder Methode und deren Präsentation und eine zweistündige Klausur schreiben.
Information Technology Management: Diese Unit ist über das Management der Information Technology. Die Vorlesung wurde regelmäßig von Praktikervorträgen begleitet und die Studenten mussten reale Probleme, die die Praktiker haben, in Gruppenarbeit lösen und präsentieren und wurden dafür auch bewertet. Wir mussten eine zwanzig-seitige kritische Ausarbeitung zum integrierten Management einer IT Abteilung in einem Unternehmen auf Basis wirtschaftswissenschaftlicher Methoden verfassen, präsentieren und mitarbeiten und eine dreistündige Klausur schreiben.
Information Security Fundamentals: Diese Unit behandelt die Grundlagen der Informationssicherheit. Dazu gehörten Kenntnisse von internationalen Standards, Methoden der Kryptologie und Information Security Management (Risk Management/Continuity Mangement). Wir mussten zwei Midterm-exams schreiben (die mit in die Endnote eingingen) und ein Final exam am Ende. Daneben wurden wöchentlich Übungen bearbeitet.
Insgesamt sind die Vorlesungen gerade im post-graduate Bereich sehr anspruchsvoll und ich hatte mit vier Vorlesungen mehr als genug, aber man kann trotzdem noch Freizeit haben. Manche Studenten nehmen auch nur drei Vorlesungen anstatt der maximalen vier. Weniger Vorlesungen kann man als Auslandsstudent für 1-2 Semester nicht belegen.
====Freizeit====
Wer hart arbeitet muss sich auch mal entspannen! Leider sind die echten Strände (z.B. Sunshine Coast, Gold Coast) ein bisschen weiter von Brisbane entfernt (knapp 1 - 1 ½ Autostunden). Aber es lohnt sich wirklich dort vorbeizuschauen. Daneben existieren noch diverse wunderschöne Inseln, die man unbedingt gesehen haben sollte (z.B. Fraser Island, Stradbroke Island oder Morton Island). Die QUT bietet auch diverse Trips, z.B. zu Inseln, Nationalparken und Zoos an (http://www.issupport.qut.edu.au/student/trips/). Dann kann man auch die australische Flora und Fauna entdecken (z.B. Kängurus, Schnabeltiere, Schlangen, Koalas, Wale…) In Brisbane selber existiert auch ein eigener künstlicher Strand in Southbank . In Brisbane selber herrscht tagsüber zu fast jeder Jahreszeit T-Shirt-Wetter – zumindest für Deutsche. In den Wintermonaten Juni/Juli kann es nachts auch ein bisschen kälter werden, was gerade in den häufig nicht so gut isolierten Queenslandern auffällt – Dann kann man sich je nach eigener Natur einen kleinen Heater für geringes Geld kaufen.
Daneben gibt es in Brisbane noch ein Umfangreiches Night-Life. In der Stadt existieren diverse Kneipen, Casinons, Bars und auch Discotheken (etwa Fridays). Etwas außerhalb der Stadt liegt das Valley, dass diverse Clubs bietet. Wer es etwas ruhiger mag, findet im West End diverse Bars und Restaurants. Etwas ärgerlich ist, dass alle Clubs um ca. 3 Uhr schon schließen müssen.
Diverse interkulturelle Feste ermöglichen es, auch andere Kulturen kennenzulernen. Diese Feste sind sehr groß und können auch mehrere Tage dauern (z.B. Greek Festival). Daneben wird man sicherlich noch zu diversen BBQs eingeladen, wo man dann auch mal australische Spezialitäten genießen kann (z.B. Kängurufleisch, welches sehr gesund ist). Daneben sollte man auch die umfangreichen Sportangebote der QUT in Anspruch nehmen (etwa den Pool).
Mehr Infos zu den Freizeitmöglichkeiten findet man unter: http://www.ourbrisbane.com
Kurz: Ich habe hier nicht die Möglichkeit über alles zu schreiben, aber es ist für jeden etwas dabei.
==== Forschung am BPM Research Cluster ====
Im zweiten Abschnitt meines Australiens-Aufenthalt hatte ich die einmalige Chance am Business Process Management (BPM) Research Cluster meine Masterarbeit zu schreiben (http://www.bpm.fit.qut.edu.au/). Dazu muss man sich natürlich bewerben. Das ganze ist interessant für Betriebswirte bzw. Wirtschaftswissenschaftler, Wirtschaftsinformatiker oder Wirtschaftsingenieure mit Interessen im Bereich des Clusters. Selbstverständlich wird man immer in ein aktuelles Forschungsprojekt eingebunden. Die Arbeit wird von der QUT korrigiert. Bei mir war das ein Forschungsprojekt zusammen mit SAP Research und dem Queensland Government. Das Schreiben der Masterarbeit lief unkompliziert ab, da auch schon vorher Kommilitonen von meiner Uni beim BPM Cluster ihre Arbeit (Bachelor/Master/Diplom) geschrieben haben. Natürlich wird die Arbeit auf Englisch geschrieben und die Arbeit muss auch vor anderen präsentiert werden. Daneben ist die Betreuung hervorragend und man kann auch aufgrund der Struktur des Clusters die Arbeit mit anderen Leuten hervorragend diskutieren (s.u.). Aber auch Leute von anderen deutschen Unis haben dort schon ihre Arbeit geschrieben, z.B. von der Technischen Universität München oder der Universität Bamberg.
Um dort eine Arbeit zu schreiben, ist man übrigens nicht als Student eingeschrieben und man muss KEINE (!) Studiengebühren zahlen. Auch das Visa ist ein anderes: Occupational Trainee Visa. Um dieses zu erhalten, muss die QUT Euch für dieses nominieren. Dazu braucht sie diverse Unterlagen von euch (z.B. Englischtests, Bescheinigungen vom Professor). Falls Ihr mehr Fragen zu diesem Visa habt (ich konnte einige Erfahrungen damit sammeln…), könnt Ihr mich gerne anmailen.
Falls Ihr Interesse habt, solltet ihr unbedingt folgende Seite konsultieren und entsprechende Ansprechpartner einfach mal anschreiben: http://www.bpm.fit.qut.edu.au/opportunities/
Stipendien wurden dafür unter anderem schon vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) vergeben (http://www.daad.de). Daneben existieren noch diverse andere Stiftungen in Deutschland, die für ein solches Vorhaben Stipendien vergeben (Suchmaschine dafür: http://www.stiftungsindex.de/). Auch wenn es teilweise parteinahe oder kirchliche Stiftungen sind muss man nicht zu einer bestimmten Partei oder Kirche angehören! Es lohnt sich immer bei solchen Stiftungen anzufragen, da sie für solche Forschungsaufenthalte im Ausland auch immer sehr offen sind. An vielen Unis gibt es auch Vertrauensdozenten für diverse Stiftungen, was es noch einfacher macht (für die WWU etwa http://www.uni-muenster.de/leben/stipendien.html). Da man sowieso die meisten Unterlagen schon für die Bewerbung an die QUT benötigt, kann man einfach sich dort auch noch bewerben (Kosten dafür nahezu null und der mögliche Gewinn ist sehr groß).
Die Forschungsatmosphäre in diesem Cluster ist einzigartig und es ist ein tolles Team. Ich habe dort viele neue Freunde gewonnen und man arbeitet dort nicht nur miteinanders, sondern macht auch danach zusammen etwas oder am Wochenende. Auch werden regelmäßig gemeinsamen Aktivitäten vom BPM Cluster gesponsort (etwa Bowling, Strandausflüge oder ein Ausflug nach SEA World). Der Cluster wird von zwei Professoren geführt, von denen einer mehr technisch und der anderer mehr betriebswirtschaftlich orientiert ist. Dementsprechend gibt es natürlich Studenten, die das Thema mehr technisch (etwa innerhalb des bekannten Workflow-Systems YAWL oder SOA) oder mehr betriebswirtschaftlich (Business Process Management) bearbeiten. Eine ideale Kombination also, um verschiedene Blickwinkel auf sein eigenes Projekt zu erhalten. Insgesamt hat der Cluster ca. 40 Mitglieder (Honours-, Master by Research-, PhD-Studenten, Post-Docs, mehrere Professoren) aus allen Nationen (z.B. Australien, Niederlanden, Italien, Deutschland, Frankreich oder Singapur).
Ein weiteres Highlight war die 5th International BPM Conference 2007 an der QUT (http://bpm07.fit.qut.edu.au), die genau in meiner Aufenthaltszeit dort lag. Diese Konferenz ist eine der angesehensten Konferenzen im Bereich Business Process Management. Wir durften kostenlos an den Workshops und Präsentationen teilnehmen und auch bei den Social Events mit diversen Leuten aus aller Welt sprechen, die man sonst vermutlich nur in seinen Arbeiten zitiert.
Ich würde diesen Aufenthalt immer wieder machen und hätte ihn auch sehr gerne verlängert, da er trotz des hervorragenden Wirtschaftsinformatikstudiums an der WWU eine interessante weitere Perspektive auf die Wirtschaftsinformatik ermöglicht.
====Zusammenfassung====
Ins Ausland gehen lohnt sich! Jeder sollte einen Auslandsaufenthalt machen – einfach um eine andere Perspektive auf sein Studium zu erhalten. Australien und die QUT lohnen sich in dieser Hinsicht besonders! Besonders ein Forschungsaufenthalt am BPM Research Cluster ist sehr zu empfehlen und er macht sich auch sehr gut im Lebenslauf. Wenn Ihr noch Fragen habt, könnt Ihr die z.B. im Ranke-Heinemann Forum veröffentlichen.
Erfahrungsbericht - Jörg Greis
Meine Vorstellung von Australien wurde – bevor ich nach Brisbane kam – doch entscheidend von eher rauen Stereotypen wie „Crocodile Dundee“ Paul Hogan oder auch „Crocodile Hunter“ Steve Irwin und dem allgegenwärtigen Surf- und Beachmythos beeinflusst. Die Dinge stellten sich dann allerdings schnell als etwas differenzierter heraus. So merkt man schon nach kurzer Zeit, dass in Australien hauptsächlich nette und offene Menschen leben, und vieles im (Queensländer-) Alltagsleben wird eher locker und relaxed gesehen; dazu später noch einige nähere Beispiele. Es kann wohl vorkommen, dass man sich von dieser Einstellung zunächst etwas verärgern lässt (wenn der Bus einfach mal ausfällt), aber letztendlich nimmt man es dann doch schulterzuckend und ebenfalls sehr entspannt hin und wünscht sich, auch zu Hause in Deutschland hätten die Menschen etwas mehr von dieser Gelassenheit.
Ich bin für ein halbes Jahr in Queenslands Hauptstadt Brisbane gezogen, um für ein Semester als internationaler Student im Study Abroad Programm an der Queensland University of Technology zu studieren.
Natürlich möchte ich mit diesem Bericht anderen Studenten, die einen Aufenthalt down under planen, bei ihren Vorbereitungen helfen, und so versuche ich mich zunächst an die wichtigsten Fragen und Probleme zu erinnern, die ich selber vor meiner Abfahrt hatte: Beispielsweise das Bezahlen der Studiengebühren oder auch das Beantragen des Studentenvisums.
Generell empfehle ich ausdrücklich sich für die Zeit hier eine Kreditkarte zu besorgen; als Student bekommt man verschiedene Sonderangebote, ich habe mich für eine Barclaycard entschieden, die das erste Jahr gebührenfrei ist und dann 12 Euro pro Jahr kostet.
Als ich mit dem COE in der Hand jedoch die Studiengebühren bezahlen sollte, besaß ich noch keine Kreditkarte, und ich entschied mich dafür das Geld an die Universität zu überweisen. Damit habe ich meine Sparkasse beauftragt, die Hinweise auf dem mitgeschickten Überweisungsformular ignorierend. Da diese Zahlung über mehrere Banken läuft, die alle ihre entsprechenden Gebühren dafür verlangen, hat das ganze dann natürlich nicht ganz hingehauen und dem Endbetrag fehlten ungefähr 15 bis 20 Australische Dollar. Das wesentliche dabei ist aber, dass dies nicht weiter schlimm war. Ich konnte den Restbetrag später hier vor Ort bezahlen. Ob das aber immer so gehandhabt wird, hängt wohl von den einzelnen Universitäten selber ab.
Für das Visum kann man sich problemlos online bewerben – nach einer kurzen Rückfrage, weil ich nicht eindeutig angegeben hatte, dass mein Militärdienst der obligatorische Grundwehrdienst war, kam dann zwei Tage später eine mickrige e-Mail, die tatsächlich schon das ganze Visum darstellt. Man kann es ausdrucken und mitnehmen wenn man möchte, aber ich habe es kein einziges Mal gebraucht.
Und alle, die mit Singapore-Air fliegen, brauchen sich auch keine besonderen Sorgen um das Gewicht ihres Gepäckes zu machen; ich selber bin zwar mit genau 20 Kilo gestartet, aber einer meiner Mitbewohner wurde mit 35 kg klaglos durchgewinkt, während ein zweiter Mitbewohner mir berichtete, seine knapp 37 kg wären von der Fluggesellschaft ebenfalls nicht beanstandet worden. Allerdings wäre ihm mitgeteilt worden, dass die Angestellten des Australischen Flughafens sich weigerten, Gepäckstücke jenseits der 35 Kilo vom Flugzeug zum Terminal zu befördern...
Um die Wohnungssuche sorgt man sich ja normalerweise auch schon in Deutschland. Auch hier kann ich für Brisbane eine Entwarnung geben. Die Universität hilft einem hierbei ungemein und es sind tatsächlich ausreichend Wohnungen frei. Alle internationalen Studenten, die ich kenne, hatten nach einer Woche eine Bleibe gefunden. Zudem haben wir hier eines der angekündigten Beispiele für den etwas lockereren Umgang der Australier. Zumindest ist es mir in Deutschland noch nicht passiert, dass ein Vermieter am Telefon jovial erklärte, man solle doch einfach einziehen, er würde dann schon irgendwann mit dem Mietvertrag vorbeikommen.
Ich persönlich bin im Stadtteil West End untergekommen. Das ist in Laufdistanz zum Gardens-Point Campus und der Innenstadt, und trotzdem hat man alles was man braucht direkt vor der Tür. Zusammengewohnt habe ich mit 14 anderen internationalen Studenten in einem echten Queensländer. Eine einmalige Erfahrung; wie man sich unschwer vorstellen kann, war immer etwas los. Meine Mitbewohner kamen aus Schottland, den Vereinigten Staaten, Malaysia, Österreich und schließlich zwei weitere Studenten aus Deutschland. Wir vereinbarten allerdings sofort uns nur englisch zu unterhalten, und es hat meistens funktioniert. Die Österreicher verstand man so ohnehin besser.
Akademisch gesehen wollte ich meinen Aufenthalt hier ebenfalls etwas locker gestalten. Ich habe also nicht ausschließlich die Kurse genommen, die bestmöglich zu meinem Physikstudium in Heidelberg gepasst hätten, sondern neben einer „Quantum Physics / Condensed Matter“ Vorlesung und einer Vorlesung für mein Nebenfach VWL besuchte ich zwei alternative Veranstaltungen: Eine Informatikvorlesung über Datenbanken und schließlich eine Vorlesung „Australian Culture and Society for international students“. Unabhängig vom eigenen Studienfach ist dieser Kurs für jeden eine Option. Ich kann ihn letztendlich empfehlen; es war inhaltlich sehr interessant, man war angehalten auf vielfältige Weise für diese Vorlesung zu arbeiten – Referate präsentieren, an einem Projekt über Brisbane mit der australischen „Parallelklasse“ arbeiten und diskutieren sowie einen Aufsatz über Australische Geschichte oder die Strandkultur / Beachmythos schreiben – und man sah so einen guten Teil der internationalen Studenten auch mal in der Uni und nicht nur in den Kneipen und Clubs.
Meine Kurse waren ausschließlich auf dem Gardens-Point Campus (GP) und somit, wie bereits erwähnt, für mich leicht in ca. 25 Minuten zu erreichen. Wer allerdings auch zu anderen Veranstaltungen zum Beispiel nach Kelvin Grove muss, für den ist der Weg aus dem West End schon deutlich länger.
Der GP liegt am südlichen Ende des Central Business District (CBD) direkt neben den Palmen der botanischen Gärten und ist mit eigenem Theater, Museum, Bibliothek und Schwimm- und Squashhalle wirklich ein netter Platz zum studieren. Die Räume sind natürlich alle klimatisiert, was bei leichter Sommerkleidung schnell mal zu einer Erkältung führen kann.
Die Vorlesungen in Informatik und Wirtschaft waren mit über 100 Studenten etwas größer, aber die zugehörigen Tutorien bestanden immer aus höchstens etwa 10 Studenten. Keine Massenabfertigung wie man sie aus Heidelberg gewohnt ist... Allgemein bin ich aber mit vielen meiner Mitbewohner einig, dass das Niveau der Veranstaltungen nicht ganz an deutsche und österreichische Universitäten oder Fachhochschulen heranreicht. Das heißt, Sachverhalte werden - meiner Ansicht nach - doch etwas langsamer, genauer und öfter erklärt; in Deutschland wird mehr erwartet, dass man sich die Dinge selber erarbeitet (wobei das auch besonders für Physik gilt, nicht so sehr für Wirtschaft; pauschale Aussagen sind immer gefährlich). Dafür ist aber der Arbeitsaufwand durch Hausaufgaben, Präsentationen und Aufsätze höher als zu Hause. Wie schon der selbstgewählte Werbespruch besagt – man möchte eine Universität „for the real world“ sein.
Wie sieht die Freizeit in Brisbane aus? Es ist generell eine gute Idee, während der Orientierungswochen nach Studentenclubs zu schauen, die einen interessieren könnten. Das Angebot ist recht groß, auch im sportlichen Bereich. So gibt es beispielsweise einen „Board Riders“ Club, in dem man surfen lernen kann, und sogar einen Handballclub habe ich gefunden! Die Spieler waren meistens auch alles Studenten aus Deutschland, Frankreich und Skandinavien, und es war eine nette Sache auch hier weiterspielen zu können.
Dann gibt es natürlich auch Clubs, die Partys und Kneipentouren organisieren, so wie den berühmten Norsk-Club. Dieser ist vom Namen her ein norwegischer Club, der aber jeden gerne aufnimmt, und in dem ebenfalls eine recht große Anzahl der internationalen Studenten Mitglied war.
Brisbane selber ist eine Stadt mit vielen jungen Menschen, und es bieten sich auch so jede Menge Möglichkeiten die Freizeit zu gestalten. Sei es mit einem gemütlichen Nachmittag am Pool in der Parklandschaft von Southbank direkt am Ufer des Brisbane River oder mit einer Shoppingtour in der Queen St Mall. Donnerstag-, Freitag- und Samstagabend ist in der Innenstadt ebenfalls viel los. Besonders Donnerstags gibt es zahlreiche „special“ Trinkangebote für Studenten. Bars und Diskotheken gibt es zahlreich im Stadtteil Fortitude Valley aber auch im CBD.
Im West End gibt es weniger Clubs aber um so mehr Bars und Cafes. Durch das meistens schöne Wetter sitzen die Menschen draußen direkt an der Strasse, und es entsteht eine fantastische Atmosphäre. Es ist durchaus lohnend einen Sonntagnachmittag bei einem Cafe in der Boundary Street, der Hauptstrasse des Stadtteils, zu verbringen.
In Southbank werden außerdem Musicals aufgeführt und es gibt ein Cineplex-Kino mit Studentenpreisen. Zudem treten international bekannte Bands, die nach Australien kommen, neben Sydney und Melbourne meist auch in Brisbane auf.
Queenslands Hauptstadt ist also allgemein gesagt eine lebhafte, dynamische Stadt, in der man seine Zeit durchaus sehr angenehm verbringen kann.
Man kann ansonsten noch über einige eher verrückte Kleinigkeiten im australischen Alltagsleben berichten: So ist ja allgemein bekannt, dass Autos hier auf der linken Seite fahren, und Orten existieren, die Namen haben wie „Wagga Wagga“, „Town of 1770“ und „Surfers Paradise“, letzteres übrigens völlig irreführend, da es zum surfen ein eher schlechter Spot sein soll. Dafür erfuhr ich aus verlässlicher Quelle, es wäre ein toller Platz, um Yoga-Kurse zu machen. Darüber hinaus ist man aber auch manchmal über ganz andere Dinge überrascht. So fiel ich eines Morgens fast aus dem Bett, als mein Radiowecker anging, und der australische Sender gerade in diesem Moment „Schnappi, das kleine Krokodil“ spielte.
Die berühmteren (tierischen) Ikonen des Landes betreffend habe ich leider nur wenig erfreuliche Erfahrungen gemacht: Der erste Koala, den ich in freier Wildbahn gesehen habe, sprang uns auf der Great Ocean Road direkt vor den Mietwagen. Durch ein Ausweichmanöver, das für unser eigenes Leben nicht ganz ungefährlich war, konnten wir aber das des possierlichen Tieres retten. Und auf der Fahrt nach Cairns habe ich leider auch eine nicht geringe Zahl von toten Kängurus am Straßenrand gesehen. Das ist natürlich nur meine eigene Erfahrung und ich will kein falsches Bild vermitteln; es gibt zweifellos auch eine ganze Menge lebender und putzmunterer Tiere dieser Art in Australien.
Ansonsten wird sich wohl kaum einer die Möglichkeit entgehen lassen, am Ende des Semesters noch einmal in Australien rumzureisen. Meine persönlichen Tipps hierfür sind unter anderem Fraser Island, die Whitsundays, Sydney und die Great Ocean Road. Am besten sollte man diese Reise aber noch im letzten gültigen Monat des Studentenvisums machen, da die Bewerbung für ein Touristenvisum ein etwas ärgerlicher und langwieriger Prozess sein kann. So wurde mir an drei verschiedenen Terminen auch in einigen Sachen dreimal unterschiedliches mitgeteilt, und für einen zusätzlichen Aufenthalt von knapp vier Wochen wollte man unbedingt einen Beweis dafür, dass ich mehr als 1000 Dollar besitze. Da nutzte es auch nichts, dass ich ein bereits bezahltes Flugticket vorlegte und verzweifelt versuchte meine leibhaftige Erscheinung als Beleg gelten zu lassen, dass ich die letzten 6 Monate auch ohne einen solchen Beweis überlebt hatte. Letztendlich wurde mir dann aber erlaubt meine 200 Dollar Gebühr zu bezahlen, und als stolzer Besuchervisumsbesitzer länger im Land zu bleiben.
Wie in so ziemlich jedem anderen Erfahrungsbericht kann auch ich am Schluss nur sagen: Wer sich einen Auslandsaufenthalt während des Studiums entgehen lässt, der verpasst etwas Einzigartiges! Ich hatte hier in Brisbane ein unglaubliches, fantastisches halbes Jahr; die Gemeinschaft der internationalen Studenten war super, und ich möchte hier gemachte Freundschaften und Erfahrungen wirklich nicht mehr missen. Mir graut fast schon davor, wieder in den deutschen Winter zurückzureisen. Brisbane ist eine nette, offene und sonnige(!) Stadt, die seit der Expo 1988 einen unvergleichlichen Aufschwung erlebt haben muss und äußerst jung und dynamisch ist. Die Attraktivität der umliegenden Gegenden steht mit Sunshine- und Goldcoast ohnehin außer Frage, und die Universität selber macht mit einer entgegenkommenden und toleranten Atmosphäre das studieren wirklich erträglich...
Erfahrungsbericht - Benjamin Hoffmann
Auslandsstudium an der Queensland University of Technology in Brisbane, Australien
Einleitung
Dieser Bericht behandelt mein Auslandsstudium an der Queensland University of Technology (QUT) in Brisbane, Australien während der Zeit vom Juli bis November 2004. Der Bericht beginnt mit meinen Vorbereitungen (Visum, Studienplanung) vor der Einreise nach Australien. Im Anschluss werden die Universität und mein Studium behandelt. Insbesondere wird hier Bezug auf die Ausstattung und Infrastruktur der QUT sowie auf den Stil der Vorlesungen genommen. Abschließend wird das Leben in Brisbane und Australien allgemein angesprochen.
Vorbereitung
Die Kooperation mit dem Institut Ranke-Heinemann lief einwandfrei. Neben dem Studentenvisum und dem Papierkram mit der QUT zur Einschreibung musste ich mich vor allem um die Fächerkombination kümmern.
Bei fachlichen Fragen zu Vorlesungsinhalten habe ich mich direkt an die Dozenten der Universität per E-Mail gewendet. In der Regel wurden meine Anfragen innerhalb von 24 Stunden beantwortet, so dass ich mit diesen Auskünften und den Informationen der übersichtlich gestalteten Webseite (www.qut.edu.au) meine Fächer ruhigen Gewissens im Vorfeld festlegen konnte.
Nachdem meine Immatrikulation schriftlich bestätigt wurde, konnte ich das Visum unkompliziert über die australische Botschaft in Berlin beantragen. Die Formulare zur Beantragung des Visums stehen online auf www.australian-embassy.de zum Download bereit. Das Studentenvisum kostet 410 australische Dollar (ca. 246 Euro) und mein Reisepass mit ausgestelltem Visum wurde mir in weniger als zwei Wochen zurück gesandt. Alternativ lässt sich auch ein so genanntes „e-visa“ ausstellen. Dies funktioniert in der Regel noch zügiger. Informationen dazu sind auch über die Webseite der Botschaft erhältlich.
Studium an der QUT, Brisbane
Studienbeginn
Ich bin etwa zwei Wochen vor Vorlesungsbeginn – nach einem zweitägigen Stopover in Dubai (Emirates bieten Stopover in Dubai oder Singapur ohne Aufpreis zum regulären Flugpreis an) – in Brisbane angekommen. An der QUT wurden zu dem Zeitpunkt bereits die ersten Orientierungsveranstaltungen angeboten, bei denen man sich über Stadt und Universität informieren und die ersten Kontakte zu Kommilitonen und Uni-Personal knüpfen konnte. Als besonderer Service der QUT sind die Hilfestellungen bei der Wohnungssuche hervorzuheben. Wie die meisten der internationalen Studenten hatte ich im Vorfeld keine Wohnung organisiert und war deshalb sehr glücklich über den Service der Universität. Der International Student Support (ISS) der QUT sammelt Wohnungsanzeigen, berät bei der Wohnungswahl
und organisiert Termine mit den Vermietern oder Maklern. So kam es, dass ich bereits zwei Tage nach meiner Ankunft die ersten Wohnungen besichtigt und mich auch gleich für eine entschieden habe. Im Allgemeinen kann ich nur dazu raten die Unterkunft vor Ort zu suchen. Es lohnt sich auf jeden Fall die Wohnung vorher zu sehen und die Umgebung auszukundschaften. Faktoren wie die Nähe zu Supermärkten, Einkaufszentren und Bushaltestellen sollte man nicht unterschätzen. Zudem ist die Wohnungssituation in Brisbane nicht wirklich angespannt. Mit etwas Geduld findet jeder seine Wohnung. Nur frühzeitiges Anreisen empfiehlt sich, da man nicht noch während des Studiums mit der Wohnungssuche belastet sein will.
Insgesamt war ich vom Service für die internationalen Studenten sehr positiv überrascht. Es gab viele nützliche Informationsveranstaltungen und mehrere soziale Events wie zum Beispiel eine Flussfahrt mit Barbecue und ein Wochenendausflug nach Stradbroke Island direkt vor Vorlesungsbeginn. Besonders diese Veranstaltungen halfen beim Kennen lernen vom späteren Freundeskreis und ließen mich irgendwie willkommen fühlen. Die mit unserer Betreuung beauftragten Angestellten waren auch so gut wie immer ansprechbar und stets freundlich, so dass Probleme frühzeitig ausgeräumt werden konnten.
Ausstattung und Infrastruktur
Bei diesem Kapitel können sich die deutschen Universitäten ein paar Scheiben abschneiden. Von den Vorlesungssaalen über die Labore und Computerpools bis zur Bibliothek war die QUT sehr gut ausgestattet. Jeder Vorlesungssaal beinhaltete PC, Beamer und Overhead-Projektor, die Computer in den PC-Pools waren mit aller notwendigen Software ausgestattet und in den fachspezifischen PC-Pools gab es die speziellen Programme, die begleitend zur Vorlesung benötigt wurden. Studiumsorganisation (Anmeldungen, etc.), ein umfangreiches Angebot an Online-Datenbanken und der kostenloser Zugriff auf sonst kostenpflichtige Webseiten zur Recherchezwecken waren ein weiteres Plus. Weiterhin angenehm war die Hilfsbereitschaft der Dozenten und des gesamten Universitätspersonals. Im Vergleich zu meiner Heimuniversität (TU Kaiserslautern) fühlte ich mich so richtig im Service-Himmel.
Vorlesungen
Unterschiedlich zu Deutschland, hört man als Vollzeitstudent in der Regel nicht mehr als vier Vorlesungen. Ein Kontingent von drei Vorlesungen entspricht aber immer noch einem Vollzeitstudium. Als Maschinenbauer hatte ich mich im Vorfeld für drei technische Vorlesungen aus dem Angebot der Engineering School und eine nichttechnische Vorlesung entschieden. Aufgrund von Vorlesungsüberschneidungen konnte ich im Endeffekt aber nur drei Vorlesungen hören:
• Finite Element Analysis
• Materials Technology
• Australian Society and Culture for International Students
Der Vorlesungsstil unterschied sich sowohl inhaltlich als auch methodisch von meinem Studium in Deutschland. Die Gesamtnote eines Faches wird nicht nur aus
der abschließenden Klausur abgeleitet, sondern setzt sich aus mehreren Hausarbeiten, Präsentationen, Gruppenarbeiten und der Klausur zusammen. Dadurch war mein Arbeitspensum während des Semesters deutlich höher als gewohnt. Relativ bald stellte ich allerdings fest, dass während der Zeitaufwand zwar größer war, der Anspruch an die zu erstellenden Arbeiten eher geringer war. So gelang es mir relativ einfach alle Fächer mit ordentlichem Ergebnis abzuschließen.
Rückblickend empfinde ich das australische System vor allem was den Lernstil betrifft besser, da durch ständige Hausarbeiten der Vorlesungsinhalt kontinuierlich aufgearbeitet wird und dadurch eher verinnerlicht wird. Auch Möglichkeiten wie Gruppenarbeiten und Präsentation durchzuführen, worauf in meinem Studium sonst nicht viel Wert gelegt wird, fand ich sehr interessant. Leider mangelte es den Vorlesungen oft um inhaltliche Tiefe. Es wurde im Allgemeinen starken Wert auf praxisorientierten Inhalt gelegt. Wie sehr jemand das Studium gefällt hängt wahrscheinlich von den persönlichen Interessen ab.
Leben in Australien
Lebenshaltungskosten
Wie teuer was in Australien ist hängt hauptsächlich davon ab, wo man sich gerade befindet. Während die Mietpreise in Brisbane (1,6 Millionen Einwohner) vergleichbar mit einer deutschen Großstadt sind, zahlt man in Sydney einiges mehr. Lebensmittel und Kleidung sind im Allgemeinen etwas billiger, im Outback zahlt man aber auch gern etwas mehr. Verkehrsmittel (Taxis, Busse, Züge) sind viel billiger als in Deutschland. Restaurants sind auch günstiger, wenngleich alkoholische Getränke etwas teurer sind. Zusammenfassend kann ich behaupten, dass ich wenn man die Ausflüge und meine Rundreise nicht mitrechnet, mit etwa genauso viel Geld wie zu Hause auskam.
Kultur
Zurückblickend würde ich sagen, dass das Leben in einer anderen Kultur die interessanteste und beste Erfahrung war, die ich durch meinen Auslandsaufenthalt gemacht habe. Ich lebte in einem Haus mit neun Studenten, darunter auch zwei Australiern zusammen und kann jedem empfehlen in eine WG mit möglichst vielen Australiern zu ziehen. Die Australier sind freundlich und zuvorkommend, vor allem aber entspannt und stressfrei. Das freundliche Miteinander war so angenehm, dass ich mich nach meiner Rückkehr erst wieder an das vergleichsweise unterkühlte Deutschland gewöhnen musste.
Australien ist als Einwanderungsland sehr multikulturell und stark beeinflusst durch die asiatische Kultur, da rund ein Drittel der Einwanderer aus Südostasien kommt. Die Australier sind in der Regel weltoffen und grundsätzlich über das Geschehen in der Welt informiert, was bei einem Land der Größe und Abgeschiedenheit nicht selbstverständlich ist.
Das Land sehen
Australien ist ein großes Land. Die Landmasse ist vergleichbar mit der Europas. Das Land bietet vom tropischen Regenwald bis zur Wüste so ziemlich alle vegetativen und klimatischen Zonen. Der größte Teil der Bevölkerung lebt entlang der Küste. Trotzdem sind auch gerade einige Sehenswürdigkeiten im Innern des Landes zu finden. Australien macht es Reisenden sehr einfach, das Land zu erkunden. Fast in jedem Ort gibt es Jugendherbergen und Touristenbüros. Das Angebot reicht von komplett organisierten Trips bis zum selbstgeführtem Ausflug. Das Studium in Australien bietet ausreichend Freiheit für Ausflüge während der Vorlesungszeit. Auf jeden Fall sollte genügend Zeit im Anschluss der Prüfungen zur Rundreise eingeplant werden.
Zusammenfassung
Mein Aufenthalt in Australien gehört zu den besten Erfahrungen meines Lebens. Durch das Studium an der QUT habe ich eine andere Perspektive auf mein Ingenieursstudium gewonnen. Der wichtigste Bestandteil meines Auslandssemesters ist aber definitiv meine persönliche Entwicklung. Auch wenn Australien ein westliches Land ist, machen viele Fein- und Eigenheiten der Australier die Kultur aus, die mich auf jeden Fall positiv verändert hat. Ich kann ein Studium in nur Australien empfehlen und jedem Brisbane ans Herz legen. Für weitere Fragen und sonstige Informationen stehe ich über E-Mail (ben.hoffmann@gmx.de) gerne zur Verfügung.
Benjamin Hoffmann
Erfahrungsbericht - Dimitri Reiswich
EINLEITUNG: „G’day mate…“:
Ursprünglich war es nicht geplant, einen so langen Bericht zu schreiben, aber als ich erst einmal angefangen habe, fiel mir einfach zu viel ein. Ich habe deshalb den einzelnen Abschnitten Überschriften gegeben, so dass ihr Themen, die euch nicht interessieren, überspringen könnt.
Einst saß ich so wie ihr gerade vor dem PC und habe mir die Berichte über die QUT durchgelesen, jetzt bin ich dabei, selber einen zu schreiben. So schnell geht die schöne Zeit vorbei. Ich weiß noch genau, welche Vorstellungen und Ängste ich damals hatte, als ich dabei war, meinen Australien Aufenthalt zu planen. Ich weiß auch, dass ich es bis zum Abflug nicht glauben konnte, dass alles tatsächlich geklappt hat und es nun soweit ist. Zugegeben erfordert die Planung viel Geduld, viele Nerven und viel Papierarbeit, das zahlt sich aber alles von dem Moment an aus, an dem ihr das erste Mal den australischen Boden betreten habt…
-Vorbereiten: Je früher desto besser -
Also als allererstes würde ich raten, dass man sehr früh anfangen muss, zu planen. Je früher, desto besser. Ich würde sagen, mindestens 10 Monate davor schon mal langsam anfangen. Es fällt sehr viel Arbeit an (ob schriftlich oder gedanklich), und außerdem hat man dann genug Zeit, um sich ausführlich Gedanken zu machen. Es ist wie bei vielen Entscheidungen im Leben: man weiß nicht was und wohin und denkt Monate lang darüber nach, was wohl das Beste für einen ist. Man will die beste Uni erwischen, die beste Unterkunft etc. Es ist wohl besser früher mit den Vorbereitungen fertig zu sein, als im Januar, 4 Wochen vor Semesterbeginn nicht zu wissen, ob man überhaupt angenommen ist, wenn man im Februar rüber will. Auch da habe ich jemanden kennen gelernt, dem das passiert ist.
- TOEFL: „No worries mate!“ -
Da kann einem keiner helfen, da muss man eben etwas englisch können. Ist aber auch nicht zu wild, no worries. Ich habe eine CD gehabt, mit mehreren Tests drauf, mit der man lernen konnte. Die hat mir geholfen. Oder auch Wochen vor dem Test häufiger englische DVD’s gucken, um sich an die Sprache zu gewöhnen. Damit hat man zumindest im Listening Teil schon etwas Übung. Außerdem würde ich mir die Fragen angucken, die evtl. fürs Essay drankommen könnten. Da gibt es offiziell eine Liste mit zugegebenermaßen vielen Fragen (über 100?). Jedoch ist mir folgendes passiert: auf dem Hinweg zum Test habe ich mir mit einer Bekannten die Fragen durchgelesen, und über eine Frage besonders gelacht: „Welche Pflanze in Ihrem Land hat für Sie die wichtigste Bedeutung?“. Ja nu, da habe ich mir bis jetzt wohl eher weniger Gedanken drüber gemacht - bis ich nach einigen Minuten Nachdenkzeit den Apfelbaum entdeckt habe! Tja und wie es das Schicksal so will, saß ich einen Tag später am Essay und musste genau diese Frage beantworten und war froh den Apfelbaum zu kennen, vor allem weil man das so leicht übersetzen kann .
Ich würde den Test sehr früh machen, da man evtl. im Falle des Nichtbestehens genug Zeit hat, um ihn noch mal zu machen. Hab ihn ein Jahr davor gemacht.
-BEWERBUNG-
Als allererstes fragt man sich: warum Ranke Heinemann. Gegenfrage: warum nicht? Es fällt mir gar kein Grund ein, sich an der Uni direkt zu bewerben, außer erhöhtem Kostenaufwand und ein höheres Risiko, nicht genommen zu werden. Ranke Heinemann ist umsonst, die erledigen den Versand der Unterlagen und sprechen direkt mit der Uni. Immer wenn irgendwas war, habe ich entweder angerufen oder gemailt und hab immer eine befriedigende Antwort bekommen. Die haben eben Ahnung davon, machen ja auch den ganzen Tag nix anderes ;-). Wenn meine Uni nicht direkter Partner der Wunsch-Uni ist (denn dann würde man keine Studiengebühren zahlen müssen), würde ich jederzeit wieder mit Ranke Heinemann arbeiten. Vor allem auch, weil die Mitarbeiter vor Ort Ranke Heinemann kennen. Außerdem hat man eine Ranke-Heinemann Community. Da gab es in Australien treffen und es gibt noch den Mitglieder Bereich, wo man Fragen und Sorgen im Forum loswerden kann.
Zur Bewerbung ist eigentlich nicht viel zu sagen, bis auf die Tatsache, dass es eben viel Schreibarbeit ist. Man muss seine ganzen Scheine auflisten und diese von der Uni beglaubigen lassen. Die Uni Wahl ist auch subjektiv: je nachdem ob man eher der Großstadt Typ ist oder eher auf ländliche Gegenden steht bieten sich verschiedene Unis an.
-Das alte Problem: Geld, woher nehmen? –
Man fragt sich natürlich: wo bekomme ich die ganze Kohle für den ganzen Spaß her? Auch das lässt sich irgendwie lösen, wenn man wirklich rüber will. Grundsätzlich glaube ich kann man gar nicht genug Geld davor ansparen. Neben den ganzen Gebühren und Lebenserhaltungskosten (welche ähnlich zu denen in Deutschland sind), wird man der Versuchung, zu reisen, nicht widerstehen können. Wenn man schon da ist, will man auch was erleben. So habe ich in Australien, wie viele meiner Freunde, alle meine ersparten Reserven aufgelöst, und dadurch viele Trips und Reisen unternommen. Um für die Studiengebühren aufzukommen, gibt es eigentlich wenige Wege:
Entweder man bezahlt die selbst, fragt Mama und Papa, nachdem man sein Zimmer aufgeräumt hat und am Besten noch kurz zuvor für die gekocht hat, oder versucht es extern. Beim DAAD muss man Berge von Papieren ausfüllen, das hat bei mir alleine 2 Wochen gedauert. Ich hab es versucht und wurde abgelehnt. Ich kenne auch keinen, der ein Stipendium beim DAAD bekommen hat, nur Leute, die abgelehnt wurden. Aber ich hab im Ranke Heinemann Forum auch schon anderes gelesen. Besser: BaföG. Ich weiß noch, dass ich damals Auslandsbafög nicht beantragen wollte, weil ich dachte, dass es sowieso nicht klappt, denn ich bekomme in Deutschland gar kein BaföG, und bin auch nicht mal nah dran, etwas zu bekommen. Trotzdem hat es geklappt, da die für Auslandsaufenthalt andere Bestimmungen und so haben. Das Ausfüllen dauert kürzer als für DAAD Stipendium. Den Antrag sollte man sehr früh stellen. 6 Monate davor oder so. Da man dann das Geld auch hat, wenn man bezahlen muss. Bei mir kam die Zusage 2 Monate, nachdem ich schon geflogen bin. Da war ich gerade bei einem BBQ und hab den Abend zur Feier sehr fröhlich beendet. Das gute beim BaföG: man kriegt es geschenkt! Die bezahlen einen Teil des Fluges und die Studiengebühren. Ich würde es immer versuchen mit Bafög, man hat nix zu verlieren. Ansonsten hätte man die Chance vor Ort zu jobben, was allerdings neben der ganzen Uni stressig sein könnte. Aber an der Bar sind immer Jobs frei.
- Wann soll man überhaupt rübergehen? –
Das ist nicht so leicht zu beantworten, an dieser Frage habe ich bei meiner Planung lange gesessen. Die Australier haben nämlich andere Semesterzeiten als hier in Deutschland. So fängt das 1. Semester Ende Februar an, und das darauf glaube ich August oder so. Also hat man folgende Möglichkeiten: viele die ich kenne, haben es geschafft noch einige ihrer Wintersemester Klausuren zu schreiben, und sind dann noch rechtzeitig angekommen, einen Tag vor Beginn der Orientierungswoche. Ich persönlich musste noch mein Vordiplom machen und hab das ganze WS ausfallen lassen. Weil ich dann Vordiplom, WS-Vorlesungen und Australienplanung gleichzeitig hätte machen müssen. Hab dadurch sicherlich Zeit verloren. Es kommt aber auch auf das Vordiplom selbst an. Falls es nicht wie bei mir 3 Monate lang ist, so dass es mitten ins nächste Semester fällt, kann man evtl. das WS mitmachen. Falls man natürlich kein Vordiplom macht, auch. Was aber auch eine gute Möglichkeit ist, ist ein Praktikum einzuschieben. Da wird man sowieso beurlaubt vom Semester, und es ist eine ganz gute Möglichkeit, für 3 Monate oder so. Wie lange sollte man gehen? Auch wieder persönliche Entscheidung. Überraschenderweise für mich blieben die meisten Leute aber nur ein Semester. Also 90% der ausländischen Studenten würde ich sagen. Ich wollte zuerst ein Jahr bleiben, hab mich aber dann vor Ort entschieden, doch nur ein Semester zu machen. Ein Grund war u.a auch, dass alle abhauen nach dem Semester, und es einfach nicht mehr das Selbe ist. Da waren aber noch viele private Sachen im Spiel, wäre sonst auch ein Jahr geblieben.
- Welche Kurse? 100 Angebote und man weiß nicht was -
Auch da weiß ich noch wie es war: Bis ich mich auf der Homepage zurechtgefunden habe, und rausgefunden habe, wo ich überhaupt suchen muss, vergingen Stunden. Immer noch Geduld haben, es zahlt sich aus.
Erste Regel, die ich empfehlen würde: Verschwendet nicht zu viel Zeit mit Kurswahl etc. Bei der Einführungsveranstaltung wurde uns gesagt: 80% der Leute ändern ihre Kurse in den ersten Wochen. So war es auch bei mir. Das ist dann total unproblematisch. Grundsätzlich war es zumindest bei der QUT etwas ungünstig die Kurse vorab zu wählen, da die „unit outline“, also die Beschreibung der Kurse im Internet sehr kurz war. Vor Ort kriegt man dann ein Passwort, und den Zugang zu ausführlichen Beschreibungen, Skripten, alten Klausuren etc. Erst da kann man sich in etwa ein Bild machen, wie der Kurs sein wird, welche Themen behandelt werden etc. Deshalb würde ich mir schon die Kurse angucken, und interessante Kurse eintragen, aber keine Panik bekommen, dass die Wahl endgültig war. Grundsätzlich sollte man keine Panik wegen Uni-Sachen bekommen. Wie viele Kurse sollte man wählen? Zwei Möglichkeiten: Sehr viel Arbeit, oder weniger Arbeit und mehr Freizeit. Also bei mir war das so: Ich hatte zuerst 4 Kurse(48 credit points). Diese Füllten nur 3 Tage in der Woche aus. Hört sich gut an, ist es aber nicht. Das Studieren in Australien ist sehr zeitaufwendig. Besonders die BWLer hatten immer sehr viel zu tun. Literatur ohne Ende, die waren nur am Lernen. Auch bei mir war das so, so dass ich dann auf 3 Kurse gegangen bin. Auch damit hat man noch genug zu tun! Man muss nämlich ständig Assignments abgeben, und hat noch mitten im Semester die sogenannten Mid-Semester Exams. Auch hat man viele Übungen, mit kleinen Tests und so. Das müsst ihr für euch selbst entscheiden. Ich für meinen Teil bin über meine Entscheidung im Nachhinein sehr froh. So blieb mehr Zeit für den Strand, im Pazifik surfen lernen, Kurztrips machen etc. , da zahlt es sich schon das erste mal aus, dass ihr den ganzen Papierkram oben gemacht habt!
- QUT -
Brisbane hat zwei große Unis, die UQ und die QUT. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern, warum ich mich für die QUT entschieden habe, glaube, dass das an den Kursen lag. Ich habe viele Leute von der UQ kennen gelernt, und kenne selbst die QUT, kann also ganz objektiv erzählen.
Beide Unis haben ihre Vorteile. Ich glaube, dass es von der Qualität der Vorlesungen her keinen Unterschied gibt. Beide sind renommiert, und haben insbesondere in den wirtschaftswissenschaftlichen Fächern einen sehr guten Ruf. Jetzt wird es aber beim Lehrangebot viele Unterschiede geben, die man im Einzelnen betrachten muss. Ich habe mich damals für die QUT entschieden, hab aber vor Ort mal das Vorlesungsangebot der UQ angesehen, und Kurse entdeckt, die ich viel lieber gemacht hätte, die ich in Deutschland aber nicht gesehen habe. Das waren spezielle Mathematik Vorlesungen, also war die Entscheidung im Grunde genommen eher ungünstig. Die UQ hat natürlich einen schöneren und vor allem größeren Campus, der im Stadtteil St. Lucia liegt. Da hat die QUT einen eher weniger schönen Campus am Gardens Point, dafür liegt sie aber auch mitten in der City und grenzt direkt an die „Botanic Gardens“ an. Da kann man dann zwischen den Vorlesungen chillen. Die kleineren Fachbereiche liegen aber weit außerhalb, und sind nur mit dem Bus zu erreichen. Also haben beide so ihre Vor- und Nachteile. Was auf jeden Fall bei der QUT sehr positiv ist, ist die Betreuung ausländischer Studenten. Ich hab mit UQ Studenten gesprochen, und habe erfahren, dass die leider nicht halb so viel gemacht haben, wie wir bei der QUT.
Die QUT Leute, die für die ausländischen Studenten zuständig sind, geben sich wirklich viel Mühe. Man kann jederzeit ins Büro, und die helfen einem wo sie können. Typisch für Australier, super nett. Das ist die eine Sache. Die andere ist, dass die im Semester Partys und Ausflüge organisieren. Angefangen mit dem „Surf Weekend“ am Anfang (was man unbedingt mitmachen sollte! Über 100 Studenten aus allen Teilen der Welt auf Stradbroke Island, mit Surfkurs und Beach Parties. Da lernt man super viele Leute kennen, mit denen man auch länger zu tun hat. Spätestens jetzt hat sich die ganze Arbeit ausbezahlt, und ihr habt noch 5,5 Monate vor euch!) und andere Parties und Ausflüge. Bis zum Schluss gibt es regelmäßig Student Exchange BBQ’s oder auch Essen, bzw. organisieren die Parties in nem Club. Bei den Parties sind sie auch immer vor Ort und trinken auch mal einen mit, und auch nicht gerade wenig. Ist wirklich eine sehr nette Truppe.
Also kann man abschließend sagen, dass ich auf jeden Fall wieder an die QUT gehen würde, hat mir sehr gut gefallen dort, aber auch die UQ hat ihre Reize.
- BRISBANE, die Dorfstadt -
Auch da bin ich wieder froh, dass ich nach Brisbane gegangen bin. Brisbane ist zwar eine Millionenstadt, ist aber wirklich nicht zu groß. Die Innenstadt ist schön, und nur 10 min mit dem Bus entfernt liegen Stadtteile, die einen nicht im Geringsten an Großstadt erinnern. Palmen und Parkanlagen. Die Auzzies legen sehr viel Wert auf Freizeit, und das Schöne ist, dass das Land auch bereit ist, dafür Geld auszugeben. So wurde in der City bei South Bank eine kleine Lagune errichtet, mit Sandstrand, in der man sich angenehm abkühlen kann. Witzigerweise hat es nicht mal die Größe eines großen Swimming Pools, ist aber mit einem Rettungsschwimmer-Turm wie bei Baywatch ausgestattet, nur leider ohne Pam. Dort findet man auch das Open Air „Suncorp Plazza“, in dem 1-mal die Woche ein Kinofilm kostenlos gezeigt wird. Oder man geht auf das Kino Boot, das auf dem Brisbane River rumtuckert. Am Ufer stehen BBQ’s zur freien, kostenlosen Benutzung rum, für die die Stadt das Gas bezahlt, und die die Stadt regelmäßig reinigen lässt. Leider darf man nicht in der Öffentlichkeit trinken, schade . Auch haben die sehr viel Geld investiert, um die ganzen Grünanlagen zu bauen, bzw. die ganzen Parkanlagen.
Losgehen kann man sehr gut, es gibt viele Clubs und Bars. Entweder man geht direkt in der City los, oder man geht ins Valley, wo sowohl in den Clubs, als auch außerhalb auf den Straßen immer sehr viel los ist. Leider wird man sehr leicht aus den Clubs geschmissen, falls man betrunken aussieht, schon wieder schade! So viel zu der City selbst.
Das positive an Brisbane ist die Lage in Australien. Die Temperatur ist typisch für Queensland: Sehr viel Sonne, sehr wenig Regen. Nicht umsonst ist Queensland der „Sunshine State“. Das Wetter ist echt geil, es ist die ganze Zeit warm, die Häuser haben nicht mal eine Heizung. Wenn man dann morgens im Sommerlook und Flip Flops das Haus bei Sonnenschein verlässt, wirkt sich das auch positiv auf die Laune aus.
Da Brisbane sehr weit östlich liegt, ist es sehr nah am Pazifik. Gold- und Sunshine Coast sind in etwa 1.5 Stunden mit dem Bus bzw. Zug zu erreichen. Zugticket zur Sunshine Coast hat damals(2004) 6,70 AUD gekostet, hin und zurück. D.h für ca. 4,50€ kann man an einem Tag einen Tagesausflug unternehmen. Insbesondere fährt man da nach Surfers Paradise, die Party Metropole direkt am Strand, oder auch Coolongatta oder Noosa. Strände und Surfmöglichkeiten gibt es genug. Außerdem liegt Brisbane etwa in der Mitte der Ostküste. So kann man in einer akzeptablen Zeit nach Sydney fahren/fliegen, aber auch hoch nach Cairns. Also kann man auch zwischendurch mal irgendwohin fahren, und muss nicht erst die Ferien abwarten. Frazer Island z.B, die grösste Sandinsel der Welt, ist innerhalb von 3 Stunden mit dem Auto zu erreichen (Tip: hinfahren, Jeep mieten, 3 Tage lang Off-Road Action inkl. Camping, werde ich nie vergessen).
Das Geniale: Man kann einen Trip mit teilweise 18 Leuten organisieren, und 5 Nationalitäten. Mietet sich ein paar Jeeps, sucht einen Zielort, packt paar Zelte ein, und ab geht’s. Alle wollen was sehen und sind bereit zu reisen. Und dann sitzen alle am Lagerfeuer trinken schön und unterhalten sich. Die Möglichkeit mit so vielen Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt zusammen zu sitzen wird man im Leben selten noch einmal so auf dem Tablett serviert bekommen. Diese Erfahrung muss man mal gemacht haben. So viel dazu. Ist aber auch meine ganz persönliche Meinung. Auch ich bin in Deutschland ein ehrgeiziger Student, der schnell studieren will. Allerdings ist mir dann vor Ort das Studieren weniger wichtig geworden. Wenn ihr dann wieder zuhause seid, könnt ihr immer noch arbeiten ohne Ende, würdet es aber evtl. bereuen, die Zeit in Australien nicht intensiver genutzt zu haben.
SCHLUSSWORT: „See ya mate!“:
Wenn ihr bis hierhin jeden Absatz gelesen habt, Glückwunsch, wir sind am Ende!
Als Schlusswort bleibt mir nur zu sagen, dass man viel verpassen wird, wenn man nicht mal ins Ausland geht. Ein Bekannter, der schon lange arbeitet sagte neulich: „Habe alles richtig gemacht, aber dass ich nicht mal ins Ausland gegangen bin, bereue ich bis heute.“ Und so sehe ich das auch. Das ist die typische Situation, wo man später in der Midlife Krise sitzt und alles aufzählt, was man verpasst hat!
Das Semester in Australien gehörte auf jeden Fall zu den schönsten Zeiten in meinem Leben. Was mir bleibt sind Erinnerungen und Bilder, und vor allem viele gute Freunde aus allen Teilen der Welt. Jeder meiner Freunde, der zurückgekehrt ist, trauert noch den schönen Tagen nach, und vermisst das Wetter (das fehlt allen besonders), die Natur und die „no worries“ Auzzies. Also, viel Spaß, ich wünschte, ich könnte das Semester noch mal von neuem erleben…
Solltet ihr jetzt noch Fragen haben, wendet euch an das Ranke-Heinemann Team, die werden mehr als bereit sein, euch zu helfen.
Erfahrungsbericht - Sandra Kritzler
Über viele, viele Hürden musst Du gehen –
Um Einlass ins Paradies gewährt zu bekommen. Doch Australien ist definitiv alle Mühen wert – vielleicht gar noch mehr.
Bevor ich also auch hier in meinem Bericht mit der Schwärmerei beginne, erzähle ich zunächst einmal von den vielen Dingen, die geplant und organisiert werden wollten und die ich zum damaligen Zeitpunkt für fast nicht machbar hielt.
Also, am Anfang stand sowieso erst mal die grundlegende Entscheidung aus: wo will ich denn überhaupt was machen? Ich wusste, ich wollte während meines Studiums ins Ausland, aber wohin, wie lange und ob ich dort studieren soll, oder Praxissemester machen, Diplomarbeit schreiben soll? Keine Ahnung! Ich habe mich dann beim Akademischen Auslandsamt (AAA) meiner Hochschule beraten lassen und schließlich plante ich ein Jahr Australien Ostküste, erst ein Semester studieren und dann mein 2. Praxissemester noch dort absolvieren - wenn möglich.
Gesagt getan. Nun begann eine umfangreiche Recherche: wie bekomme ich mein Visum (aha – online, prima!), welche Unis stehen zur Verfügung, wie sind die Aufnahmebedingungen? Vom AAA bekam ich auch den Tipp, mich an das Institut Ranke-Heinemann zu wenden. Das tat ich und schließlich hatte ich mich für 3 Universitäten in Queensland entschieden und ich schickte meine ausgefüllten Bewerbungsunterlagen zurück ans Institut.
Nebenher machte ich noch eben den TOEFL Test um meine Englisch Kenntnisse unter Beweis zu stellen. Und Info zu den notwendigen Impfungen eingeholt – wobei mir da lediglich eine Hepatitis-Impfung empfohlen wurde, sonst war schon alles ok.
In der Zwischenzeit hatte ich auch mein Visum beantragt, allerdings musste ich erst noch meinen Reisepass verlängern lassen, was natürlich mal wieder viel länger dauerte als angekündigt.
Online suchte ich nach passenden studentischen Krankenversicherungen und entschied mich für die Medibank. Im Internet erhielt man dann auch eine Bestätigung für den erfolgreichen Abschluss der Versicherung, der wiederum für das Visum notwendig war.
Zur finanziellen Unterstützung bewarb ich mich beim DAAD um ein Stipendium, das ich aber leider nicht erhielt. Dies erfuhr ich Ende Dezember und im Februar sollte es losgehen. Da war ich schon relativ verzweifelt, denn den Flug hätte ich wohl noch aus eigener Tasche finanzieren können – doch mein auserwähltes Land verlangte auch noch Studiengebühren – die gepfeffert waren. 6500 A$ für ein Semester. BAföG hatte ich zwar auch beantragt, doch das Ergebnis ließ noch länger auf sich warten. Bei einem Anruf im Dezember, wo ich mich erkundigte, wie es denn um meinen Antrag stünde, ob ich denn eher gute oder schlechte Aussichten hätte, konnte man mir nur so viel mitteilen: „Negative Bescheide gehen relativ früh raus, positive dauern wohl noch bis mindestens Ende Januar. Wenn Sie bisher keinen negativen Bescheid bekommen haben, sieht es gar nicht schlecht aus!“. Hm. Kaufen konnte ich mir davon natürlich auch nichts. Ende Dezember entschloss ich mich schließlich dazu, einen Kredit aufzunehmen, denn die Studiengebühren mussten bald gezahlt werden. Ich hatte inzwischen drei Zusagen bekommen – natürlich erst von der Uni in Townsville – die letzte Uni auf meiner Liste. Als nächstes erhielt ich von der University of Queensland (UQ) Post – diese Uni und die Queensland University of Technology (QUT), beide in Brisbane, waren meine Favoriten. Nervös wegen der Fristen, telefonierte ich mit dem Institut Ranke-Heinemann und dort riet man mir, dass für meine Fachrichtung Werbung/Marketing die QUT deutlich besser eingerichtet sei. Na denn. Allerdings erfuhr ich bei diesem Gespräch auch, dass bei meinen Bewerbungen ein kleines Missgeschick passiert war: Man hatte angenommen, dass Townsville mein Favorit sei und so wurden meine unterlagen zunächst nur dorthin geschickt und die anderen Bewerbungen wurden zweitrangig bearbeitet. Daher mein Rat an alle, die den hervorragenden Service des Instituts wahrnehmen wollen: gebt unbedingt ganz deutlich eure Prioritäten für die einzelnen Unis an, wenn ihr euch für mehrere auf einmal bewerbt! Anmerkung des Instituts Ranke-Heinemann: Das war in der Tat ein Missverständnis, das vor einem Jahr bei ein oder zwei Studenten zu diesem Problem geführt hat. Wir haben daraus gelernt und können versichern, dass ähnliches seitdem nicht mehr vorgekommen ist und auch nicht mehr vorkommen wird. Grundsätzlich werden alle Parallelbewerbungen gleichzeitig versandt. Es ist also nicht nötig, Prioritäten anzugeben.
Meinen Flug zu buchen, war der nächste Heckmeck! Bis der Entschluss gefasst war, dass ich, egal was kommen mag (sprich: BAföG oder nicht) gehen würde, war Januar. Da war natürlich schon so gut wie alles ausgebucht. Nur noch relativ teure Flüge waren frei. In den sauren Apfel würde ich wohl beißen müssen. Viel schlimmer war: International students sollten in Brisbane eigentlich schon um den 10. 2. zur Begrüßung an der Uni sein. Ich hatte aber in Deutschland die ersten 3 Februarwochen noch Prüfungen!!! Na riesig. Ich wartete also noch tapfer die Prüfungstermine ab, die wir dann auch gleich Mitte Januar bekamen und rannte ins Asta-Reisebüro und buchte meinen Flug in die offizielle Prüfungszeit direkt in Anschluss an meine Prüfungen– in der Hoffnung, dass keine meiner 6 Klausuren verschoben werden würde.
Ich hatte dann noch ein paar Probleme mit der Zahlung der Studiengebühren, da meine Kreditkarte keine solch große Geldmenge zuließ. Daraufhin schickte ich eine Email an die QUT mit Angaben zu einer anderen Kreditkarte mit höherem Limit – doch diese Email kam eine Woche später zurück wegen Serverproblemen! Inzwischen hatten wir Mitte Januar – in einem Monat wollte ich fliegen! Per Telefon gab ich mitten in der Nacht dann noch mal die Daten durch, und dann ging alles verhältnismäßig schnell: die QUT schickte mir UND der Botschaft in Berlin eine Bestätigung zu (wir hatten inzwischen fast Ende Januar), mit der Botschaft telefonierte ich noch mal und wir einigten uns darauf, meinen Reisepass per Kurier zu mir zu schicken. Meine Prüfungstermine blieben zum Glück gleich. In der ersten Februarwoche erhielt ich mein Visum und am 13.2.2002 stieg ich ins Flugzeug und trat meine lange Reise mit den Emirates Airlines an und genoss den Flug und vor allem das hervorragende Essen an Bord.
Endlich da und nun wird alles gut
Ab diesem Zeitpunkt verlief alles ohne Probleme und zu meiner allergrößten Zufriedenheit: Ich landete am 15.2.2002 (Freitag) in Sydney, flog weiter nach Brisbane mit Qantas. Dort wurde ich von einem älteren Italiener abgeholt und er fuhr mich zu einer Jugendherberge. Unterkunft und den Abholdienst hatte die QUT für mich organisiert, was ein willkommener Service war. Dann hatte ich erst mal nur noch duschen im Sinn. Mein Zimmer teilte ich mir mit Allison, die am gleichen Tag angekommen war und ebenfalls ein Semester an der QUT studieren wollte. Sie wurde meine zukünftige Mitbewohnerin.
Noch am gleich Tag gingen wir zur QUT, ließen fürchterliche Bilder für den Studentenausweis von uns machen und meldeten uns im Rechenzentrum an. Die ersten Emails an die Freunde und die Familie aus OZ! Aufatmen bei den Eltern, die ihre einzige Tochter nun irgendwo am anderen Ende des Erdballs sitzen hatten...
Allison und ich vergnügten uns dann am Wochenende mit Stadterkundung und shoppen und schon war es Montag und wir gingen wieder zur Uni – dieses Mal zum sogenannten Accomodation Service, der uns bei der Suche nach einer dauerhaften Bleibe helfen sollte. Auch hier ging dann alles ganz kurz und schmerzlos: 2 Jungs (leider Deutsche.....was meinen Englisch-Künsten nicht sehr zu Gute kam) sprachen uns an, ob wir nicht mit ihnen in ein Haus ziehen wollen, das wäre sicher leichter zu bekommen als eine Wohnung für zwei. Noch am gleichen Tag fuhr uns ein Helfer von der Uni zu zwei Häusern und das 2. wurde bereits „unser“ Haus für die kommenden 6 Monate. Ein typischer Queenslander: Kein Keller und auch kein Erdgeschoss: Das Haus steht wegen der klimatischen Bedingungen auf Säulen. Innen in jedem Raum ein Deckenventilator, von dem auch kräftig Gebrauch gemacht wurde.
In der Nachbarschaft hatten wir noch eine Menge weiterer Studenten, hauptsächlich aus Norwegen und Schweden und so konnten wir recht schnell einer der Lieblingsbeschäftigungen der Aussies nachgehen: BBQ!
Grillen bis zum umfallen – ich glaube, in den ersten 2 Wochen habe ich bestimmt 7 mal gegrillt und ich konnte es schon nicht mehr sehen.
Das Studentenleben in OZ – schön aber hart
Zu Beginn dachte ich: Was? Ich kann nur 4 Fächer belegen? Und was mache ich mit dem Rest der Zeit? Ich hatte gerade mal 1,5 Tage Vorlesungen! Ich hatte an der Business Fakultät die Fächer Direct Marketing, Consumer Behaviour, Public Relations und Internet Promotion belegt und jedes dieser Fächer bestand aus einer Vorlesungseinheit und einem Tutorial, in dem Übungen zum Thema gemacht wurden. Dass diese 1,5 Tage doch wesentlich mehr Arbeit mit sich brachten und mehr Zeit beanspruchten, durfte ich relativ schnell feststellen: In jedem Fach hatte ich 2 Prüfungen: ein Midsemester Exam und dann noch das Final, und zusätzlich noch pro Fach 2-3 Hausarbeiten, darunter auch Projekte, die als Gruppenarbeit geplant waren.
Da wir die meisten Wochenenden mit kleinen Ausflüge in die nähere Umgebung oder mit Besichtigungen Brisbanes verbrachten, war dann unter der Woche dringend Aktion für die Uni angesagt. Zumal noch für 3 von vier Fächern es unbedingt erforderlich war, die jeweilige Literatur zu lesen, da diese in den Prüfungen ebenfalls abgefragt wurde. Das war ich von zuhause, meiner HdM gar nicht gewohnt.
Die Vorlesungen an sich konnte man sich ab und an schon sparen, denn man erhielt den Stoff der Vorlesungen vorher aus dem Netz als PowerPoint Präsentation und die meisten waren recht gut gemacht, so dass die Vorlesung nicht viel Neues hinzugab. Ich versuchte trotzdem so oft wie möglich zu den Vorlesungen zu gehen, doch wenn mal wieder einer der unzähligen Abgabetermine für eine Hausarbeit anstand oder ich noch dringend für eine Prüfung lernen musste, dann musste darunter schon so manche Vorlesung leiden. Die Tutorials waren leider etwas „verpflichtend“ – wer zu oft fehlt, lief Gefahr, durchzufallen.
Negativ fiel während der „Hochdruckzeiten“ des Semesters, sprich, wenn jeder Hausarbeiten abzuliefern hat, das Rechenzentrum auf: für die Allgemeinheit werden im Keller der Bibliothek Rechner angeboten, die aber dem Ansturm in genannten Zeiträumen nicht standhalten – da sind öfter Wartezeiten bis 15 Min angesagt. Wenn man denn unbedingt zu „normalen“ Tageszeiten an den Rechner will. Man kann natürlich auch gerne die Nacht zum Tage machen und dann dürfte es ein wenig besser ausschauen...
Was die Bücher angeht, um die man nicht herumkommt: Es ist theoretisch reichlich Material in der Bücherei vorhanden, doch wie üblich, vor der Prüfungszeit, wenn dann auch wirklich jeder das entsprechende Buch benötigt, könnte einem schon hin und wieder der pure Angstschweiß ausbrechen, wenn man zum wiederholten Male vor dem leeren Bücherregal steht. Da sind dann auch oft die Exemplare nicht auffindbar, die eigentlich gar nicht verliehen werden und ach, was red ich, ihr könnt euch den Schlamassel vorstellen oder?
Sehr gut finde ich die Einrichtung an der Uni, wo man Schreibmaterialien und auch die druckfrischen Bücher kaufen kann. Diese werden dann oft nach Gebrauch zurückgebracht und unsereins kann diese Bücher dann gebraucht für deutlich weniger Geld erstehen. Oftmals erhält man vielleicht nicht die allerneueste Auflage, aber das ist meist ok – muss man mit dem jeweiligen Lehrbeauftragten abklären.
Das Schöne an der Sache ist, dass man das Buch anschließend wieder (mit geringem Verlust) dort verkaufen kann, wo man es erstanden hat. (Ich habe meine übrigens behalten und falls sich jemand fragen sollte, wie ich die dann nach Deutschland zurückbekommen habe: es gibt ein spezielles Paket „Printed matters“ per Land-/Seeweg nach Europa, in dem nur Drucksachen gestattet sind – dies ist eine etwas preiswertere Variante, um Materialien (auch Aufschriebe aus den Vorlesungen etc.) nach Hause zu schicken. Dauert ca. 3 Monate, aber meine Pakete und die meiner Freunde kamen alle unversehrt an!)
Jetzt im Anschluss muss ich sagen, durch das australische System der vielen Hausarbeiten und Prüfungen habe ich in einem Semester mehr gelernt und es ist mehr hängen geblieben als in 2 Semestern an meiner Heimathochschule, der HdM. Und das liegt nicht an den tollen Vorlesungen, die sich nicht großartig von denen in Deutschland unterscheiden, sondern an dem Zwang zur Eigenarbeit. Gezwungen zu sein, Bücher zu lesen, den Stoff zu rekapitulieren und zu verstehen und anzuwenden – das war der Schlüssel zum Erfolg!
Das Vergnügen darf nicht zu kurz kommen!
Brisbane ist eine wunderbare Stadt, um dort zu studieren. Wir fuhren morgens mit der City Cat (ein kleiner Catamaran, der als Fähre auf dem Brisbane River fungiert), genossen den Sonnenschein auf Deck – das verleiht selbst dem Alltag eine würzige Prise Urlaubsstimmung. In den Pausen kann man die Sonne weiter im Cafe „Artisan“ auf dem QUT Campus genießen, oder auf einer der zahlreichen Bänke oder auch im angrenzenden Botanic Garden – man kann also, selbst wenn man vielleicht zu einer öden (Fach-) Lektüre gezwungen ist, das Leben genießen.
In einer längeren Pause zwischen den Vorlesungen kann man es sich gar erlauben, sich zwischendurch an Southbank mit einem Bad zu erfrischen – das ehemalige Expo-Gelände, das in einen Park mit Bademöglichkeiten und vielem mehr umgewandelt wurde, liegt gerade am gegenüberliegenden Ufer des Brisbane Rivers.
Desweiteren finden im Sommer/Herbst auch noch etliche Veranstaltungen in Southbank statt, wie beispielsweise Kurzfilmfestivals oder Openair Kino, natürlich alles gratis!
Zu den wichtigsten Ausflügen in die nähere Umgebung gehören meiner Meinung nach:
North Stradbroke Island, um dort an einem phantastischen Strand in türkisfarbenem Wasser baden zu gehen oder aber später im Jahr Wale bei ihren Zug nach Norden zu beobachten.
Glasshouse Mountains – am besten auf einem Daytrip (mit Rob! Unser Favourite guide!), wo eurer Guide euch dann üblicherweise die dazugehörige Geschichte der Aboriginies erzählt.
Einer der National Parks in der Umgebung, wo man oft in sogenannten „Rockpools“ baden kann, nach dem man Jagd auf Trapdoor Spiders und anderes Getier gemacht hat.
Shoppen (das fällt bei mir auch in die Kategorie Tagesausflug :-) geht man am besten in Indooroopilly, wo es eine riesige Mall gibt – ich habe es erst beim 3. Anlauf geschafft, alles von der Mall zu sehen. In der Brisbane City gibt es zwar auch einige Einkaufsmöglichkeiten, doch deutlich teurer.
Zum Schluss ...
Würde ich eigentlich gerne noch viel mehr erzählen und sobald ich diesen Bericht abgeschickt habe, werden mir noch Unmengen guter Tipps etc. einfallen, die ich euch gerne mit auf den Weg geben würde, aber irgendwo muss ich ja (leider) ein Ende finden. Ich wähle dieses hier und wünsche euch an dieser Stelle ein gute Zeit und wenn ihr auch nur halb so viel Spaß und Freude habt wie ich in OZ, dann werdet ihr garantiert die beste Zeit eures Lebens in diesem wunderbaren Land verbringen!!!
Wenn ihr euch mit mir zu irgendeinem Thema weiter unterhalten wollt, dann habt ihr hiermit Gelegenheit:
motzki_in_oz@gmx.net
Erfahrungsbericht - Sven Burmeister
Universität
Einschreibung und Orientierungswoche
In der Woche bevor die Vorlesungszeit anfängt, findet eine Orientierungswoche statt. Zu dieser Zeit sollte man spätestens in Brisbane angekommen sein, da dann die Einschreibung in die einzelnen Fächer stattfindet. An der Universität gibt es 2 Institutionen, die für ausländische Studenten zuständig sind. Das sind 'International Relation Unit' (IRU) und 'International Student Service' (ISS). IRU und ISS veranstalten (nicht nur während jener Orientierungswoche) Partys, Reisen und Kurztrips. Dadurch kommt man sofort mit Studenten aus aller Welt in Kontakt.
Vorlesungen
Auch wenn der Vorlesungsstil in Australien ähnlich dem in Deutschland ist, gibt es einige Unterschiede: Alle Informatik und Elektrotechnik Vorlesungen fanden Abends (ab 17.00 oder 18.00 Uhr) statt. Damit wird den Studenten die Möglichkeit gegeben tagsüber Geld zu verdienen und Abends zu studieren. Während des Semesters gibt es in jeden Fach 2 sogenannte 'Assignments'. Das ist entweder ein Übungszettel, den man sozusagen als Hausaufgabe bearbeitet, oder eine Klausur, die den Inhalt der Übungen abprüft. Auf jeden Fall zählt jedes dieser 'Assignments' ca. 20 - 25 % der Endnote. Das führt dazu, dass man zwar während des Semesters mehr Arbeit investieren muss, als man es vielleicht aus Deutschland gewohnt ist, allerdings zählt die Klausur am Ende des Semesters nur noch 50 oder 60 %. Die Klausuren liegen in den ersten 2 Wochen nach Vorlesungsende, was ebenfalls Vor- und Nachteile mit sich bringt: Die Klausurenzeit ist ziemlich stressig, dafür hat man danach mehr Freizeit während der Semesterferien. Folgend will ich einen kurzen Überblick über die Vorlesungen, die ich gehört habe, geben:
1 Algorithms for Control And Engineering (EEP101)
Dieses Fach wird mir als Digitale Regelungstechnik angerechnet. Es ist nicht unbedingt einfach, aber auch nicht zu schwierig. Ich fand es interessant, dass der Dozent immer wieder auf die Praxis einging. Insgesamt kann ich die Vorlesung gut weiterempfehlen.
2 Internetworking (ITN520)
In diesem Fach geht es um die Funktionsweise des Internets. Man lernt viele Protokolle und Konzepte für verschiedene Dienste kennen. Es wird ein kurzer Überblick über Netzwerkprogrammierung gegeben, aber auch CGI-Programmierung in Perl gelehrt. Skript und Vorlesung sind sehr gut und verständlich. Ich persönlich fand die Themen ziemlich interessant und obwohl sie relativ einfach waren, glaube ich dabei eine Menge gelernt zu haben. Internetworking wird mir als Wahlpflichtfach in den Bereich 'Eingebettete Systeme und Systemsoftware' angerechnet.
3 Artificial Intelligence (ITN441)
Artificial Intelligence ist das einzige Fach, dass ich bereute gewählt zu haben. Der Schwerpunkt der Vorlesung sind Expertensysteme, was sich vielleicht interessant anhört, vom Dozenten aber nicht so rübergebracht wurde. Auch an der QUT wird am Ende des Semesters eine Veranstaltungskritik durchgeführt, wobei diese Vorlesung nicht besonders gut abschnitt. Für die Assignments muss man in den Sprachen Lisp und Prolog programmieren, die sich doch stark von Java oder C unterscheiden. Angerechnet wird es mir als Wahlpflichtfach des Bereiches Softwaretechnik.
Wohnen in Brisbane
Wenn man in Brisbane ankommt und noch keine Unterkunft hat, organisieren Mitarbeiter des oben erwähnten ISS ein Hotelzimmer, in dem man die ersten Tage wohnen kann. Da diese Zimmer verhältnismässig teuer sind, sollte man sich aber möglichst schnell auf Wohnungssuche begeben. Auch dabei wird man sehr gut vom ISS unterstützt. In Australien ist es üblich Kündigungsfristen von 2 Wochen zu vereinbaren. So kann man sehr kurzfristig seine Wohnung wechseln.
Ich habe in einem Haus in South Brisbane gewohnt. Es besteht aus 6 Wohngemeinschaften mit jeweils 3 Zimmern. Die einzelnen Zimmer werden ausschliesslich an Studenten aus dem Ausland vermietet. Ich habe mich dafür entschieden, da ich es per Internet mieten konnte (www.educationlodge.com.au). Es ist ein altes Haus und gewöhnungsbedürftig. Mit $90 bis $105 pro Woche ist das Preis/Leistungs-verhältnis nicht gerade gut. Trotzdem blieb ich das gesamte Semester dort wohnen, da das Haus nicht schlecht gelegen war: Man lief gerade mal 15 Minuten bis zum Brisbane River, den man nur mit einer Fähre überqueren musste um an der Uni oder in der Innenstadt zu sein. Ausserdem ist es möbliert (incl. Waschmaschiene, Bügeleisen, Mikrowelle, Fernseher). Bucht man bei der Educationlodge, muss man mindestens 30 Tage in dem Zimmer wohnen. Wenn man plant den ersten Monat dort zu verbringen und sich anschliessend auf Wohnungssuche zu begeben, wird das etwas schwierig, weil nach diesem ersten Monat die besten Wohnungen bereits vergeben sind.
Die neu gebauten Mietshäuser haben alle etwas gemeinsam: Im Garten oder auf der Terrasse befindet sich ein Swimmingpool und mindestens ein Barbequeplatz für die Bewohner. Bei einem dieser Häuser kann man die Buchung auch per Internet vornehmen. Die Adresse lautet www.campusapartments.com.au. Hier muss man sich aber rechtzeitig um ein Zimmer kümmern, denn als ich mich im Januar bewerben wollte, hiess es, sie seien komplett bis Ende Juli ausgebucht.
Leben in Brisbane
Brisbane ist eine sehr schöne Stadt. Ein Highlight ist dabei Southbank Parklands. Das ist ein Park in direkter Nähe zur Innenstadt. Dort gibt es –neben Palmen, Wiesen, Cafes und Restaurants– eine künstlich angelegte Lagune mit angrenzendem Sandstrand. Besonders bemerkenswert ist, dass es dort auch jede Menge Barbequeplätze gibt. Dabei sorgt die Stadt für das zum Heizen notwendige Gas, so dass man für einen Grillabend lediglich Fleisch mitbringen muss.
Ein ebenfalls sehr schöner Park ist der Botanische Garten, der direkt an das Unigelände angrenzt.
Lebenshaltungskosten
Um in Australien gut leben zu können, muss man mit $1000 pro Monat rechnen, was –je nach Lebensstil und Reiselust– mehr oder weniger sein kann. Lebensmittel sind teurer als in Deutschland. Es gibt auch keine 'Studenten-Billig-Marken' wie 'Tip' oder 'Ja'. Alkoholische Getränke sind sehr teuer; so kostet z.B. eine Kiste Bier $32. Taxifahren ist das einzige, was viel günstiger als in Deutschland ist.
Nachtleben
Während es tagsüber in der City, sowie in der übrigen Stadt sehr ruhig und relaxt zugeht, gibt es nachts ziemlich viele Möglichkeiten um Party zu machen. Die besten Tage um abends rauszugehen sind Donnerstag (in mehreren Discos Rabatt für Studenten) und natürlich Freitag und Samstag. Die einzige Disco, in der an wirklich jedem Tag der Woche etwas los ist, ist die Down Under Bar in der Nähe der Zentral Station. Dort gibt es keinerlei Kleidungsvorschriften seitens der Türsteher und es kostet keinen Eintritt. Allerdings werden ausschliesslich Studenten und Rucksacktouristen eingelassen. Nirgends sind die Getränke günstiger und es werden alle möglichen Musikrichtungen gespielt. Die Down Under Bar ist absolut empfehlenswert. Ansonsten sind die Discos und Bars in der City nicht weit aus einander gelegen, weshalb man an einem Abend auch ohne Probleme mehrfach den Ort wechseln kann.
Der zweite Partybereich ist der Stadtteil 'Fortitude Valley' (wird meistens nur „The Valley“ genannt). Dort finden sich ebenfalls viele Discos und Kneipen. In Brisbane müssen alle Clubs um 05.00 Uhr schliessen. Wer um diese Uhrzeit noch nicht genug hat, muss sich ins Valley begeben, da sich dort der einzige sogenannte 'Day Club' (Morning Glory) befindet, der erst viel später zu macht. Ein Taxifahrer hat mich darauf hingewiesen, dass man im Valley seine Getränke nie unbeaufsichtigt lassen soll, weil es dann passieren kann, dass jemand einem irgendetwas hinein tut. Wie weit das stimmt oder ob das nur 'Panikmache' war, weiss ich nicht. Ich möchte diesen Hinweis jedoch an dieser Stelle an zukünftige Brisbanebesucher weitergeben.
Reisen
Brisbane liegt direkt zwischen Gold- und Sunshinecoast. Es ist nah genug, um einen Tagesausflug zu unternehmen, es lohnt sich aber auch ein komplettes Wochenende dort zu verbringen. Dabei findet man an der Sunshinecoast im Norden vor allem bemerkenswerte Natur. Die Goldcoast im Süden, mit dem Zentrum 'Surfers Paradise', erinnert eher an Mallorca und ist sehr auf Tourismus eingestellt (Partytip: Wer ein Wochenende in Surfers verbringt, muss ins 'Shooters' gehen).
Ein Reiseziel, dass über Australiens Grenzen hinaus weitgehend unbekannt ist, ist 'Fraser Island'. Das ist die grösste Sandinsel der Welt und besticht durch phantastische Natur. Die Insel ist nicht weit von Brisbane entfernt, so dass ein geführter 2- oder 3 Tagesausflug recht günstig ist, und es lohnt sich wirklich!
Informationen über Trips aller Art bekommt man in der 'Roma Station', bei der Touristeninformation in der City oder in den Backpacker-Hotels.
Um das Great Barrier Reef zu sehen reist man am besten nach Cairns oder zu der Inselgruppe der Whitsundays. Bei letzterer spart man viel Geld, wenn man nicht ein Hotel auf einer der Inseln bucht, sondern am Festland in Airlie Beach in einem Backpacker Hotel (eine Art Jugendherberge) übernachtet. Von dort aus kann man dann Tagestrips zu den Inseln oder mehrtägige Ausflüge auf einem Segelboot buchen. Das kurzfristige Buchen vor Ort ist in der Regel kein Problem.
Überhaupt ist das Reisen innerhalb Australiens viel unkomplizierter. Während man in Deutschland im Februar bereits seinen Sommerurlaub bucht, braucht man in Australien lediglich wenige Tage vor Reisebeginn den Flug zu buchen, oder man setzt sich ganz spontan in einen Bus oder Zug. Wenn man am Ziel angekommen ist, findet man ziemlich sicher ein Zimmer in einem Backpacker Hotel. Da Studenten aus aller Welt durch Australien reisen, trifft man dort immer junge Leute und schliesst jeden Tag neue Bekanntschaften.
Das Fliegen innerhalb von Australien ist entweder sehr günstig oder sehr teuer: Für einen einfachen Flug nach Sydney habe ich $70 bezahlt, ein Hin- und Rückflug zum Ayers Rock kostet allerdings $700. Einige deutsche Reiseveranstalter bieten folgendes Angebot an: Man bucht den Hin- und Rückflug von Deutschland nach Brisbane und zugleich noch 2 oder 3 inneraustralische Flüge. Wenn man sich für dieses Angebot entscheidet, sollte man auf keinen Fall Flüge nach Melbourne oder Sydney buchen.
Ein besonderes Erlebnis war der Trip ins Outback. Dort sah ich erneut eine völlig neue Welt mit phantastischer Natur und unendlich viele wildlebende Känguruhs und Emus. Wer die Gelegenheit hat das Outback zu sehen sollte sie auf jeden Fall nutzen.
Den kompletten Bericht von Sven Burmeister und Fotos finden Sie auf der Webseite www.sven-burmeister.de
Erfahrungsbericht - Kirsten Andresen
Als „Freemover“ für ein Semester an einer australischen Universität studieren
Ich wollte schon immer nach Australien und habe mir schliesslich überlegt, dieses im Rahmen eines Auslandsstudiums zu verwirklichen. Da die FAU keine Austauschprogramme mit australischen Universitäten anbietet, blieb mir nur die Möglichkeit, meinen Wunsch als „Freemover“ zu verwirklichen und alles selber zu organisieren. Während meines achten Semesters als BWL- Studentin an der FAU in Nürnberg bin ich dann im Juli 2001 für ein Semester an die Queensland University of Technology (QUT) nach Brisbane, Australien gegangen.
Hier möchte ich Euch einige Tipps geben, falls Ihr ebenfalls Euren Traum wahr machen und als „ Freemover“ an einer australischen Universität studieren wollt.
Wie bekomme ich erste Informationen über australische Universitäten?
Das Internet ist bei der Suche nach einer geeigneten Universität sehr hilfreich. Unter der Adresse www.agd.com.au/aunis01-6.html findet man eine Auflistung aller australischen Universitäten mit einem entsprechenden Link zu deren Homepage, auf der man dann weitere Informationen bekommt.
Als „Freemover“ hat man den Vorteil, dass man sich die Stadt und die Universität nach den eigenen Wünschen und Vorstellungen aussuchen kann. Falls man sich schon entschlossen hat, in welcher australischen Stadt man gerne studieren möchte, schränkt sich die Auswahl der Universitäten natürlich ein.
Beste Hilfen bietet die Homepage des Instituts Ranke-Heinemann (www.ranke-heinemann.de). Dies ist eine nationale Niederlassung von IDP Education Australia und vertritt alle australischen Universitäten in Deutschland. Sie beraten und unterstützen kostenlos bei der Auswahl einer geeigneten australischen Universität und helfen bei dem Bewerbungs- und Einschreibungsverfahren. Sie haben mir während des ganzen Prozesses bei Fragen und Problemen weitergeholfen.
Wann sollte ich mit den Vorbereitungen beginnen?
Man sollte so früh wie möglich beginnen. Ich habe mich bereits 12 Monate vor Antritt des Auslandssemesters über geeignete Universitäten informiert, bin mit den Universitäten über E-Mail in Kontakt getreten und habe mir kostenlos Prospekte von den jeweiligen Instituten zusenden lassen.
Was muss ich zusätzlich bedenken?
Es muss frühzeitig abgeklärt werden, welche Kurse in Australien abgelegt werden sollen bzw. können und ob man die australischen Voraussetzungen für die Belegung des gewünschten Kurses erfüllt.
Dann muss geprüft werden, ob die Leistungen äquivalent mit den Kursen an der Heimatuniversität sind und deswegen auch anerkannt werden.
Es ist nicht unbedingt einfach, an der Wunschuniversität Kurse zu finden, für die man zugelassen wird, die äquivalent erscheinen und anerkannt werden.
Schlechtestenfalls muss man die Wahl der Universität nochmals überdenken und auf eine andere ausweichen.
Noch bevor man sich bei der australischen Universität bewirbt, sollte die Anerkennung der gewählten australischen Prüfungsleistungen von einem Lehrstuhlmitarbeiter schriftlich bestätigt werden.
Meistens müssen durch einen TOEFL-Test ausreichende Englischkenntnisse nachgewiesen werden.
Je besser der Sprachnachweis und die Zeugnisse und je früher die Bewerbung eingereicht wird, desto grösser sind die Chancen ein Studienplatzangebot zu erhalten.
Es muss beachtet werden, dass die australischen Semester sich mit den deutschen überschneiden. In Australien beginnt das Semester im Februar bzw. Juli und endet im Juni bzw. im Dezember.
Wie bewerbe ich mich?
Bewerbungsformulare müssen angefordert werden (diese sind meistens den Informationsbroschüren beigelegt oder können auf der Homepage der jeweiligen Universität heruntergeladen werden.).
Dann muss die Bewerbung mit Formular, beglaubigten Zeugnissen, student-reported Record of Study (Auflistungen der bisher abgelegten Studienleistugen an der Heimatuniversität – auf englisch zusammenstellen!), TOEFL- Testergebnis und ggf. weiteren geforderten Unterlagen zusammengestellt werden.
Die Unterlagen können dann an das Büro des Instituts IDP Education Australia in Essen geschickt werden, welches diese dann auf Vollständigkeit prüft und weiterleitet. Natürlich kann die Bewerbung auch direkt nach Australien an das gewünschte Bildungsinstitut geschickt werden.
Während Du auf das Studienplatzangebot wartest, kannst Du bei der australischen Botschaft die Studentenvisaunterlagen anfordern (Australian Embassy Berlin, Student and Temporary Entry Section, Friedrichstrasse 200, 10117 Berlin, www.australian-embassy.de ).
Wie hoch sind die Studiengebühren in Australien?
Die Studiengebühren sind an jeder Universität unterschiedlich hoch. An der QUT in Brisbane bezahlt man für ein Semester als Study-Abroad-Student 6250 A$, welches ungefähr auch den Studiengebühren an anderen australischen Universitäten entspricht.
Gibt es Auslandsbafög?
Sofern man nicht schon durch Stipendien etc. gefördert wird und noch vor Ablauf der Förderungshöchstzeit das Auslandssemester antritt (hier in Nürnberg: spätestens im achten Semester), besteht die Möglichkeit einer Förderung durch das Bafögamt. Auch Studenten, die kein Inlandsbafög bekommen, erhalten unter Umständen Auslandsbafög.
Studiengebühren werden bis zu einer Höhe von ca. 4600 Euro (9000 DM) geleistet, und es gibt Zuschüsse für die Reiseaufwendungen zum Universitätsort.
Das zuständige Auslandsbafögamt für Australien sitzt in Bremen (Senator für Bildung, Wissenschaft, Kunst und Sport, Landesamt für Ausbildungsförderung, Rembertiring 8-12, 28195 Bremen, Tel. 0421/361-4995, /-2978).
Am besten ist es für jeden, Unterlagen anzufordern und auf Förderung prüfen zu lassen. Hier gilt, dass man am besten ein halbes Jahr vor Beginn des Auslandssemesters (so früh wie möglich!) den ausgefüllten Bafögantrag an das Amt zurückschickt.
Es ist wirklich lohnenswert!
Wie wahrscheinlich für alle Auslandssemester gültig, ist es eine unvergessliche Erfahrung, ein Semester „weit weg von zu Hause“ studiert zu haben.
Auch wenn das Organisieren des „Freemover“- Studiums in Australien vielleicht mit mehr Aufwand verbunden ist als ein organisiertes Austauschprogramm, es ist wirklich lohnenswert.
Das Studium dort ist ganz anders als in Deutschland, allerdings gewöhnt man sich schnell ein, und es gibt immer freundliche Ansprechpartner für internationale Studenten, die einem weiterhelfen können.
Ausserdem werden oft interessante Wochenendtrips für internationale Studenten organisiert, die beim Eingewöhnen helfen, bei denen man schnell neue Leute kennenlernt und zugleich die einmalige australische Natur oder Sehenswürdigkeiten erleben kann.
Abschliessend kann ich für mich feststellen, dass es ein wunderschönes, wenn auch arbeitsreiches Semester in Australien gewesen ist, das leider viel zu schnell vergangen ist, und das ich jedem weiterempfehlen kann!
Es ist einfach schön gewesen, die Welt mal von „down under“ zu sehen!
Gibt es jetzt noch einen Grund, nicht das gleiche zu wagen?!
Wer sich diese besondere Erfahrung nicht entgehen lassen möchte und noch mehr Informationen benötigt oder spezielle Nachfragen hat, kann mich gerne unter Kirsten.Andresen@gmx.de erreichen.
Erfahrungsbericht - Burkhard Iske
Erfahrungsbericht: Diplomarbeit an der QUT in Brisbane, Australien
Der Übersichtlichkeit wegen möchte ich hier keinen langen Bericht schreiben, sondern die wesentlichen Punkte stichpunktartig zusammenfassen. Zu weiteren Fragen stehe ich gerne unter der Adresse iske@hni.upb.de zur Verfügung.
Ich habe an der QUT (Queensland University of Technology) in Brisbane meine Diplomarbeit von Juni 1999 bis Dezember 1999 im Fachgebiet Elektrotechnik geschrieben:
Kontakt
Prof. Dr.-Ing U. Rückert Fachgebiet Schaltungstechnik rueckert@hni.upb.de bzw. Dr. Joaquin Sitte QUT.
Visum
Zum Schreiben der Diplomarbeit war ich an der QUT in Brisbane nicht eingeschrieben. Für das Visum bedeutet dies, daß man nicht notwendigerweise ein Studentenvisum benötigt. Ein verlängertes Touristenvisum (1 Jahr Gültigkeit) reicht aus. Der Aufwand ist geringer, es ist kostengünstiger, hat aber den Nachteil, daß es pro Aufenthalt nur 6 Monate gültig ist. Das heißt, daß man nach spätestens 6 Monaten einmal aus Australien ausreisen muß. Dabei würde sich beispielsweise ein kurzer Aufenthalt in Neuseeland anbieten. Weitere Infos unter: www.australian-embassy.de/visa/visa.htm
Anreise
Ich bin über die USA nach Australien geflogen. Nachteil: es kostet mehr, der Flug ist länger. Vorteil: man darf 2 mal 32kg + Handgepäck mitnehmen, das BAFöG bezahlt den Flug, man kann einen Zwischenstopp in der Südsee einlegen.
Unterkunft
Für eine Unterkunft muß man A$80 bis A$100 pro Woche einrechnen. Je nachdem welche Ansprüche man stellt, kann es auch mehr sein. Ich habe meine Unterkunft privat organisiert, aber auch der ISS (International Student Services) an der QUT ist einem dabei behilflich. Für den Übergangszeitraum, kann man auch in einer der Zahlreichen Jugendherbergen Übernachten.
Transportmittel
Um zur Uni zu gelangen kann ich ein Auto keinesfalls empfehlen, da sie direkt in der Innenstadt liegt und dementsprechend das Parken sehr teuer ist. Wenn man eine Wohnung in geeigneter Lage findet bietet sich das Fahrrad als Transportmittel an. Es gibt einen sehr schönen Radweg am Fluß entlang, der auch direkt bis zur Uni führt. Ansonsten ist Brisbane eher schlecht mit Radwegen ausgestattet, auf dem Bürgersteig fahren ist verboten und die Autofahrer nehmen sehr wenig Rücksicht auf Radfahrer. Dann gibt es noch Bus bzw. S-Bahn, die ich weniger (gar nicht) genutzt habe. Zu empfehlen ist auf jeden Fall eine Fahrt mit der City Cat, einer Fähre, die einen schnell und angenehm den Fluß entlang fährt.
Geld
Um nicht nachträglich in Geldnot zu geraten würde ich schon empfehlen, mit A$1000 bis A$1300 zu rechnen. Hört sich im ersten Moment vielleicht sehr viel an, aber der Lebensstil (häufige Kneipenbesuche) und das Freizeitangebot rechtfertigen eine solche Schätzung.
Diplomarbeit
Zum Thema muß man sich mit denen unter Kontakt genannten Personen auseinander setzen. Zur Betreuung muß ich sagen, daß sie etwas intensiver hätte sein können, aber ich hatte so sehr viele Freiheiten. Geschrieben habe ich meine Arbeit auf Englisch, was nach einem 7 monatigem Aufenthalt kein Problem war. Die Frage die Arbeit auf deutsch zu schreiben, habe ich gar nicht gestellt, da ich daran kein Interesse hatte.
Brisbane
hat ca. 1.3 Millionen Einwohner, ist aber trotzdem keine hektische Großstadt, wie in Australien fast nichts hektisch ist. Im Zentrum spielt sich das ganze Leben ab und danach ist es eher eine sehr weit ausgedehnte Provinzstadt. Dies ist aus meiner Sicht aber nicht nachteilig zu sehen. Das Kneipen und Diskoangebot empfand ich als sehr gut, das kulturelle Angebot ist für eine Großstadt jedoch sehr spärlich.
Freizeit
Generell gibt es in fast jedem Reisebüro die Möglichkeit Kurztripps zu buchen. Auch manche Jugendherbergen bieten Adventuretours an. Empfehlen kann ich aber wiederum den ISS, der im Semester eine Reihe von Reisen organisiert und man so schnell andere Austauschstudenten kennenlernt. Außerdem ist das Preis-Leistungsverhältnis ein sehr überzeugendes Argument auf jeden Fall an solchen Veranstaltungen des ISS teilzunehmen.
BAFÖG
Das BAFÖG übernimmt die Studiengebühren, die beim Schreiben der Diplomarbeit jedoch nicht anfallen. Außerdem werden die Krankenversicherung und wie schon erwähnt die Reisekosten übernommen. Zusätzlich gibt es jeden Monat noch ca. 15DM zusätzlich zum regulären BAFÖG. Zuständig ist das Amt in Bremen, aber einfach mal beim Paderborner BAFÖG-Amt erkundigen.
Ehemalige und derzeitige Studierende treffen sich im 4A Club.
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